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„Lauf Baby Lauf“ – Gib alles, nur nicht auf! Tay Schmedtmann

Du hast seit Wochen nicht mehr richtig laut gelacht

Eine Zeile, die mich gestern Abend kurz innehalten lies. Wann hast du das letzte Mal so richtig laut und herzlich gelacht? Ich bin ein fröhlicher Mensch und ich liebe es, hin und wieder albern zu sein. In unserer Familie haben Lachflashs quasi Tradition. So richtig Tränen zu lachen, ist doch etwas Wundervolles. Das letzte Mal ist viel zu lange her. Gestern bin ich auch noch darauf hingewiesen worden, dass meine Mundwinkel sich bereits leicht nach unten biegen.

Mach nicht immer deinen Merkel-Mund!

Oha, ich und ein umgedrehtes Lachen, das passt doch gar nicht! Doch es stimmt. In den letzten Monaten, vielleicht Jahren habe ich zunehmend weniger gelacht. Es war irgendwie eine anstrengende Zeit.

„Lauf Baby Lauf“ – Tay Schmedtmann

Umso mehr trifft der Gewinnertitel von „The Voice of Germany“ gestern für mich ins Schwarze. Jaja, viele von euch werden jetzt die Augen verdrehen. Doch ich schaue manchmal gern in das Format, zumal es mir noch authentischer und qualitativ besser erscheint als die meisten anderen Castingshows (man munkelt, dass einige Kandidaten eingekauft wurden, um die Qualität zu gewährleisten). Der Song „Lauf Baby Lauf“ vom Gewinner Tay Schmedtmann gefällt mir sehr:

Zwei Dinge finde ich bemerkenswert. Zum einen mag ich, dass Tay eine sehr breite, kraftvolle und sympathisch warme Stimme und zum anderen finde ich die Message sehr schön. Ob Entrepreneur Spirit, freundschaftlicher Rat oder als Künstler:

Du musst nur einmal mehr aufstehen, als du fällst.

Es gab natürlich noch andere gute Stimmen bei „The Voice of Germany 2016“ und Tay war für mich auch nicht immer der Beste, doch gestern hat er für mich zu recht gewonnen und ich fand seine Reaktion auf den Sieg und die Performance danach sehr sympathisch.


Tays Gewinnerperformance mit „Lauf, Baby, Lauf… von TVOG

Mit „Lauf Baby Lauf“ erfindet Tay Schmedtmann das Rad zwar nicht neu, aber er verkörpert eine zeitlose Botschaft auf authentische Weise. Alles zu geben, nur nicht aufgeben ist manchmal gar nicht so einfach. Doch die Gewissheit, dass es eigentlich immer mindestens einen Menschen gibt, der an dich glaubt, ist ein schöner Trost.
Wenn du also gerade eine schwere Zeit hast, gib alles, nur nicht auf!

Weitere Kandidaten bei The Voice 2016

Seinen direkten Kontrahenten, Robin Resch, finde ich stimmlich zwar auch gut und als Person auch sympathisch, allerdings fand ich seinen Song „Disneyland“ eher langweilig. Vielleicht ist die Disneyland-Zielgruppe auch etwas jünger als ich. Ich verbuche die Message eher unter:

Dat Leben is kein Ponyhof!

Deutlich tiefgründiger finde ich den Song des zuvor ausgeschiedenen (3./4. Platz) Boris Alexander Stein: Losgelöst.

Spannender Kandidat, der zeigt, dass der erste Eindruck täuschen kann. Obwohl Boris eher der Shouter war, hat er sich bei The Voice von seiner weichen Seite gezeigt und häufig leise Töne angeschlagen. Persönlich finde ich es immer sehr faszinierend und angenehm, wenn Menschen sich von verschiedenen Seiten zeigen und auch ihre Verletzlichkeit preisgeben.

Interessant fand ich auch die Geschichte von Stas Schurins: Er hatte bereits in der Ukraine großen Erfolg als Sänger und sollte 2014 zum Eurovision Song Contest. Doch dann kam der Krieg und er verlor alles. The Voice 2016 war seine „letzte Chance“. Das fand ich zwar etwas dramatisch dargestellt, doch er schien immer wieder auch etwas schüchtern, und als er im Halbfinale einen meiner Lieblingssongs sang, war ich sehr beeindruckt. Stas war technisch immer sehr sauber, doch bei „Skyscraper“ konnte ich ihn auch fühlen.


Stas Schurins: „Skyscraper“ | The Voice of… von TVOG

The Voice of Germany 2016 war für mich eine Staffel mit sehr vielfältigen und unterschiedlichen Kandidaten und einigen sehr guten Stimmen. Wenngleich auch in diesem Format immer mehr inszeniert wird (speziell die Sticheleien unter den Coaches), so finde ich die Qualität immer noch ziemlich gut und habe die Staffel gern verfolgt.