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Love yourself first – Warum ich jetzt mich selbst lieben lerne

Na, hast du deinen Schatz gefunden? Vielleicht ein tolles Valentine’s Date? Diese miese fiese Liebe – von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Nervt. Und dann ist sie wieder so wunderschön. Liebe hat ihre Phasen. Ich fange gerade mit der Phase der Selbstliebe an.

Ist schließlich voll im Trend diese Selbstliebe. Keine Sorge, ich verschone euch mit Lobgesängen. Ja, wir sind alle ganz toll und so. Aber seien wir doch mal ganz ehrlich: Je lauter und öfter ich das sage, desto weniger glaube ich es mir irgendwie.

Mein aktueller Weg der Selbstliebe ist ein anderer. Er führt durch die Tiefen meiner Seele und macht meistens gar keinen Spaß. Warum ich das mache? Weil ich glaube, dass ich mir bei den Lobgesängen nur etwas vormachen würde. Und das mit dem Vormachen konnte ich bislang schon ziemlich gut. Hat mich nur nicht glücklich gemacht.

Versteht mich nicht falsch, wenn ihr gerade verliebt seid, feiert euch, wenn euch das glücklich macht. Wenn euer Partner eure Erfüllung ist, wundervoll! Lebt das voll und ganz aus. Wer weiß, vielleicht mache ich es schon morgen genauso. Doch momentan mache ich es anders.

Manchmal bin ich scheiße. Das ist OK.

Egal, was andere von mir denken. Egal, was ich von mir denke. Das sind alles Momentaufnahmen, Geschichten.

An manchen Tagen finde ich meine Haare furchtbar, andere finden sie toll und wieder andere lachen sogar, dass ich mich so aus dem Haus traue. Es gibt Menschen, die haben den Eindruck, dass ich mit allen Menschen gut klarkomme. Andere sagen, dass ich gewiss nicht mit jedem kann und das bei meiner Jobsuche berücksichtigen soll.

Ist das jetzt gut oder schlecht?

…fragt sich mein immer wertender Verstand. Es ist egal. Es ist, wie es ist. Manchmal bin ich ungerecht und frech. An anderen Tagen selbstlos und freundlich. Wir Menschen sind gut UND böse – ALLE. Warum sonst ist die Milch in der Gemeinschaftsküche manchmal leer? Irgendwer muss sie getrunken und keine neue besorgt haben.

Wenn ich gestresst bin, kann ich unausstehlich sein. Manche Menschen habe ich gestärkt, andere verletzt. Manchmal habe ich sogar Menschen verletzt, indem ich ihnen helfen wollte.

Du stehst an erster Stelle, sonst keiner: Love yourself first

Es gibt genau einen Menschen, mit dem du dein ganzes Leben verbringst: du selbst. Investiere also zuerst in dich. Klingt auf den ersten Blick egoistisch, ist es aber gar nicht. Wenn ich mein Glück von äußeren Umständen abhängig mache, wird es immer instabil sein – und ich auch. Wenn ich diese Instabilität durch einen Partner ausgleichen will, ziehe ich den anderen mit in meinen Sumpf. DAS ist egoistisch. Ich nutze oder benutze jemanden für meine Zwecke.

Ich möchte meine Kraft und mein Glück nicht aus anderen schöpfen, sondern aus eigenem Antrieb schöpferisch werden und im besten Fall andere dadurch inspirieren. Um schöpferisch tätig zu werden, sollte ich mich erst einmal selbst kennenlernen und annehmen, meine Schattenseiten und meine Glanzstunden gleichermaßen.

Lass Bewertungen los, entwickle Mitgefühl für dich selbst

Wenn ich mich kenne und aufhöre, mein Verhalten ständig zu bewerten, dann brauche ich auch keine (oder zumindest weniger) Bestätigung von außen.

Also, ihr einsamen Herzen da draußen: Suhlt euch bitte nicht in Mitleid, dass ihr heute leider keine Rose bekommt. Überlegt euch lieber, was euch wirklich fehlt und wie ihr es euch selbst schenken könnt.

 

„Love and Devotion“ – Real McCoy #TuneInTuesday

Was war deine erste Single?

Kannst du dich daran noch erinnern? Gar nicht so leicht, oder? Ich erinnere noch, dass mein großer Bruder (6 Jahre älter als ich) irgendwann eine Bravo Hits hatte und dann eine LP von Cyprus Hill. Ich selbst startete upbeat mit „Love and Devotion“ von Real McCoy:

Die Single stammt aus dem Jahre 1995. Das hätte ich nicht rekonstruieren können. Da war ich gerade mal 10 Jahre alt. „Love and Devotion“, also Liebe und Hingabe – ganz schön heftige Themen für eine Zehnjährige. Ich bezweifle, dass ich damals die ganze Message, geschweige denn die Lyrics verstanden habe.

„Love and Devotion“ – Songtext (Auszug)

„Love and devotion, baby
I can’t get enough of all that love and devotion in my life.
Love and devotion, baby love and devotion,
You are the sunshine of my life. […]

Sweet little dreams as you can see. easy come easy go but not for me.

One life one love one family. together forever in unity,
So come on come on, you gotta keep it if you can.
Love and devotion is the master plan. I’m talking about a wonderful untouchable emotion,
I’m talking about guess right, love and devotion.
Tonight is the night when love shines so bright,
And we will be reunited.“

Ist jetzt kein besonders ausgeklügelter Text in meinen Augen, aber mit zehn Jahren hatte ich noch einen anderen lyrischen Anspruch. Zudem waren englische Songs sowieso pauschal erstmal cooler. Falls ihr so cool sein wollt wie ich und „Love and Devotion“ als CD haben wollt, könnt ihr sie z.B. bei Amazon für 1,95€ kaufen.* Das Album „Another Night“* gibt es für 21,95€.

Screenshot aus "Love and Devotion" - Real McCoy

Persönlicher Bezug zu „Love and Devotion“

„Easy come easy go“ war mein Leben tatsächlich selten. Passt also auch heute noch. Erstaunlicher finde ich jedoch das Thema „Liebe und Hingabe“. Wenngleich man es mir nicht ansieht oder es von mir auf den ersten Blick erwartet, ist mein Leben deutlich von beiden Konzepten geprägt. Liebe ist und war immer eins meiner größten Themen. Damit stehe ich sicher nicht allein, doch es gibt ja auch Menschen, die einen anderen Fokus (Arbeit, Hobby etc.) legen. Hingabe, fast schon Aufgabe bringt einen zusätzlichen Beigeschmack, der manchmal auch etwas bitter sein kann.

Ist „wahre Liebe“ immer auch Hingabe, gar Aufopferung?

„Sich selbst vergessen“ heißt es manchmal auch. Sehr romantisch – sagen die einen. Ziemlich dumm – die anderen. Wie immer kommt es für mich auf die Perspektive und das Ausmaß an. Häufig habe ich von meinen Freunden Kommentare wie „Ich könnte das nicht.“ oder „Ich wäre schon längst gegangen.“ gehört. Doch ich glaube, dass wir es uns heutzutage in Beziehungen gern leicht machen. Alles ist viel unverbindlicher und schnelllebiger als früher.

Gleichzeitig ertappe ich mich manchmal dabei, dass dieses „sich selbst vergessen“ auch schnell ungesund werden kann. Wer immer nur zurücksteckt, opfert sich auf und läuft Gefahr die Eigenständigkeit zu verlieren. Letztlich frage ich mich auch oft, wie selbstlos Hingabe ist. Gibt es nicht auch viele Situationen, in denen wir lieben und/oder uns hin- bzw. aufgeben, um etwas für uns zu erreichen? Einen (Selbst-) Wert, gar den Sinn des Lebens?

Persönliches Learning

Jede Situation ist anders und ich habe auch für mich noch keine zufriedenstellende Antwort für meine Handlungen gefunden. Stattdessen habe ich erkannt, dass diese vielleicht auch gar nicht nötig ist. Viel wichtiger ist es mir, mich immer wieder zu reflektieren und einzelne Situationen infrage zu stellen. Dann kann ich auch besser entscheiden, ob mir etwas guttut oder eben nicht.

 

Was war eure erste Single?
Glaubt ihr an Liebe und Hingabe oder lebt ihr lieber nach euren eigenen Träumen?
Ist das überhaupt ein Widerspruch für euch?

 

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