Schlagwort: Liebe

„In a Heartbeat“ – herzzerreißender Film

Worauf sollen wir hören: Herz oder Kopf? Herz… nein Kopf, nein Herz! Oder nicht? Oft ist es nicht leicht, Entscheidungen zu fällen. Der Kopf weiß das Eine, das Herz fühlt das Andere. Manchmal ist es besser, auf den Kopf und die Vernunft zu hören und häufig machen Herzensentscheidungen glücklicher. Doch die brauchen Mut. Häufig werden wir auch enttäuscht. Dann braucht es auch noch Stärke. Was, wenn es um die Liebe geht? Herz über Kopf? Hals über Kopf? Oder doch lieber den Kopf einschalten bevor es zu Herzversagen kommt?

„In a Heartbeat“ – ein herzzerreißender Animationsfilm

Was wir nicht, oder nur schwer, in Worte fassen können, drücken Bilder besser aus. Der Animationsfilm „In a Heartbeat“ verbreitet sich seit Juli wie ein Lauffeuer im Internet.
Sei gewarnt, du könntest ein Taschentuch brauchen: Weiterlesen

Warum Hilfe es manchmal noch schlimmer macht – Vermeidungsleid

Zeichnung eines Schmetterlings – Vermeidungsleid

Loslassen fällt mir nicht leicht. Das gilt vor allem für Situationen, in denen ich Hoffnung habe und Potenzial sehe. Wenn ich bemerke, dass ein Mensch leidet und ich zugleich eine Lösung sehe, möchte ich helfen. Das ist ganz natürlich, glaube ich. Trotzdem ist es nicht immer der richtige Weg. Es geht schließlich nicht darum, was ich glaube, sondern darum, was der andere will und was nicht. Schon lange begleitet mich das Sprichwort:

„Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber“

Manchmal sind die Pferde ziemliche Esel und sehr stur. Dann fällt es mir noch schwerer, loszulassen. Im Gegenteil, dann versuche ich sie manchmal zur Tränke zu zerren, gar ihren Kopf unter Wasser zu drücken. Dabei besteht Gefahr, dass sie ertrinken und das will ich ja auch nicht. Tja, also loslassen. Auch das will ich nicht. Helfen ist schließlich etwas Gutes. Oder nicht? Nicht immer. Sehr schön veranschaulicht das die folgende Geschichte aus dem Buch „Mit Ängsten und Sorgen erfolgreich umgehen“* von Jahn Forsyth und Georg Eifert: Weiterlesen

„Love and Devotion“ – Real McCoy #TuneInTuesday

Was war deine erste Single?

Kannst du dich daran noch erinnern? Gar nicht so leicht, oder? Ich erinnere noch, dass mein großer Bruder (6 Jahre älter als ich) irgendwann eine Bravo Hits hatte und dann eine LP von Cyprus Hill. Ich selbst startete upbeat mit „Love and Devotion“ von Real McCoy:

Die Single stammt aus dem Jahre 1995. Das hätte ich nicht rekonstruieren können. Da war ich gerade mal 10 Jahre alt. „Love and Devotion“, also Liebe und Hingabe – ganz schön heftige Themen für eine Zehnjährige. Ich bezweifle, dass ich damals die ganze Message, geschweige denn die Lyrics verstanden habe.

„Love and Devotion“ – Songtext (Auszug)

„Love and devotion, baby
I can’t get enough of all that love and devotion in my life.
Love and devotion, baby love and devotion,
You are the sunshine of my life. […]

Sweet little dreams as you can see. easy come easy go but not for me.

One life one love one family. together forever in unity,
So come on come on, you gotta keep it if you can.
Love and devotion is the master plan. I’m talking about a wonderful untouchable emotion,
I’m talking about guess right, love and devotion.
Tonight is the night when love shines so bright,
And we will be reunited.“

Ist jetzt kein besonders ausgeklügelter Text in meinen Augen, aber mit zehn Jahren hatte ich noch einen anderen lyrischen Anspruch. Zudem waren englische Songs sowieso pauschal erstmal cooler. Falls ihr so cool sein wollt wie ich und „Love and Devotion“ als CD haben wollt, könnt ihr sie z.B. bei Amazon für 1,95€ kaufen.* Das Album „Another Night“* gibt es für 21,95€.

Screenshot aus "Love and Devotion" - Real McCoy

Persönlicher Bezug zu „Love and Devotion“

„Easy come easy go“ war mein Leben tatsächlich selten. Passt also auch heute noch. Erstaunlicher finde ich jedoch das Thema „Liebe und Hingabe“. Wenngleich man es mir nicht ansieht oder es von mir auf den ersten Blick erwartet, ist mein Leben deutlich von beiden Konzepten geprägt. Liebe ist und war immer eins meiner größten Themen. Damit stehe ich sicher nicht allein, doch es gibt ja auch Menschen, die einen anderen Fokus (Arbeit, Hobby etc.) legen. Hingabe, fast schon Aufgabe bringt einen zusätzlichen Beigeschmack, der manchmal auch etwas bitter sein kann.

Ist „wahre Liebe“ immer auch Hingabe, gar Aufopferung?

„Sich selbst vergessen“ heißt es manchmal auch. Sehr romantisch – sagen die einen. Ziemlich dumm – die anderen. Wie immer kommt es für mich auf die Perspektive und das Ausmaß an. Häufig habe ich von meinen Freunden Kommentare wie „Ich könnte das nicht.“ oder „Ich wäre schon längst gegangen.“ gehört. Doch ich glaube, dass wir es uns heutzutage in Beziehungen gern leicht machen. Alles ist viel unverbindlicher und schnelllebiger als früher.

Gleichzeitig ertappe ich mich manchmal dabei, dass dieses „sich selbst vergessen“ auch schnell ungesund werden kann. Wer immer nur zurücksteckt, opfert sich auf und läuft Gefahr die Eigenständigkeit zu verlieren. Letztlich frage ich mich auch oft, wie selbstlos Hingabe ist. Gibt es nicht auch viele Situationen, in denen wir lieben und/oder uns hin- bzw. aufgeben, um etwas für uns zu erreichen? Einen (Selbst-) Wert, gar den Sinn des Lebens?

Persönliches Learning

Jede Situation ist anders und ich habe auch für mich noch keine zufriedenstellende Antwort für meine Handlungen gefunden. Stattdessen habe ich erkannt, dass diese vielleicht auch gar nicht nötig ist. Viel wichtiger ist es mir, mich immer wieder zu reflektieren und einzelne Situationen infrage zu stellen. Dann kann ich auch besser entscheiden, ob mir etwas guttut oder eben nicht.

 

Was war eure erste Single?
Glaubt ihr an Liebe und Hingabe oder lebt ihr lieber nach euren eigenen Träumen?
Ist das überhaupt ein Widerspruch für euch?

 

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„Ich bin genug“ – TED Talk „Verletzlichkeit“ von Brené Brown

Screenshot aus dem TED Talk Brene Brown "Ich bin genug."

 

Ich bin genug!

 

Wenn ich diesen Satz laut sagen soll, fühlt sich das manchmal komisch an. Klar weiß ich, dass ich genauso wertvoll und liebenswert bin wie andere Menschen. Ich vertrete vehement die Meinung, dass alle Menschen gleich sind und behandelt werden sollten. Und trotzdem habe ich immer wieder das Gefühl, eben nicht genug zu sein.

  • Nicht hübsch oder weiblich genug.
  • Nicht empathisch genug.
  • Nicht erfolgreich genug.
  • Nicht stark genug.

Das sind nur einige Beispiele aus meinen Gedankenkreisen um eines meiner negativen Leitbilder: „Ich bin nicht genug.“

Eines Tages stieß ich auf den TED Talk von Brené Brown zum Thema Verletzlichkeit und war sofort berührt, als ich sie sagen hörte: „Ich bin genug.“

Brené Brown, eine forschende Geschichtenerzählerin, das gefällt mir! Und ich liebe diesen Moment (6:00 Min), in dem sie berichtet, wie freudig sie eine Lösung finden wollte und alle wissen, dass es nicht gut endet. Und wie sie davon berichtet, ihrer Therapeutin erklärt zu haben, dass sie keine Familienprobleme hat, sondern nur ein paar Strategien für das Thema Verletzlichkeit brauche – herrlich! Ich mag es, wenn Menschen über sich selbst lachen können!

Auszüge und Gedanken zum „Ich bin genug“ Talk

Ich möchte die vier Eigenschaften der Menschen, die ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit haben (weil sie glauben, dass sie dessen würdig sind). Sie haben

  • COURAGE, nicht perfekt zu sein.
  • MITGEFÜHL, um liebevoll mit sich selbst und dann mit anderen umzugehen.
  • VERBINDUNG als Resultat ihrer Authentizität und indem sie von dem Bild, wer sie sein sollten, loslassen und akzeptieren können wer und wie sie sind.
  • ihre VERLETZLICHKEIT bereitwillig angenommen.

Das sind vier ganz schön heftige Themen. Mir persönlich fällt es im Allgemeinen relativ leicht, zu akzeptieren, nicht perfekt zu sein. Bemerke ich allerdings, dass ich in Bereichen, in denen ich gut sein möchte, dass ich (für mich!) nicht gut genug bin, ist es schon wieder etwas anderes. In diesem Falle fällt es mir auch oft schwer, Mitgefühl für mich selbst zu empfinden. Zu oft höre ich auch:

Du schaffst das schon. Wenn nicht du, wer dann?!

Diesen Satz finde ich selten hilfreich. Es entspricht dem Mechanismus, den Brené Brown in Bezug auf Erziehung genannt hat. Kinder müssen nicht perfekt sein und Erwachsene eben auch nicht!
Gefühlt kann ich das anderen leichter sagen (und meinen!) als mir selbst. Ich habe selbst sehr hohe Ansprüche – an mich und meistens auch an meine Umwelt. Manchmal finde ich das sehr gut, weil es mich antreibt. An anderen Tagen ist es allerdings anstrengend – für mich und für andere.

Leider ist das Streben nach Perfektion in unserer Gesellschaft schon so verankert, dass meist erst etwas passieren muss, bevor wir umdenken. Brenés „breakdown“ aka „spiritual awakening“ ist für andere ein Burnout oder der Verlust geliebter Menschen. Schöner wäre natürlich, wenn wir diese Negativerfahrungen gar nicht bräuchten, um aufzuwachen. Doch sie gehören genauso dazu wie unsere Unvollkommenheit, hängen vielleicht sogar eng zusammen. Ehrlich gesagt glaube ich auch, dass ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit selten aus einem einmaligen aha-Effekt resultiert, sondern dass wir vielmehr immer wieder neu Courage, Mitgefühl, Verbindung und Verletzlichkeit durchlaufen und dabei eben auch immer wieder fallen.

Auch das ist ok.

„Du bist nicht vollkommen und du wirst Probleme haben und du bist es wert geliebt zu werden und dich zugehörig zu fühlen.“

– Brené Brown

 

Was ist Verletzlichkeit für dich?