Schlagwort: Grübeln

Wie du in einer Minute sorgenfrei wirst

Lachendes Kind auf Tisch sitzend - sorgenfrei

An manchen Tagen fühle ich mich gefangen in Gedankenspiralen. Vor allem dann, wenn mal wieder gar nichts gelingen will. Wenn es kommt, dann ja bekanntlich dicke. Mir scheint, momentan ist auch eine gute Zeit, um sich Sorgen zu machen: Um die persönliche Zukunft und die der Welt, um die eigene Gesundheit, die Work-Life-Balance, um die Familie, vielleicht sogar um die Obdachlosen, die bei Kälte und Schietwetter draußen übernachten müssen.

Wäre es nicht toll, wenn wir alle sorgenfrei wären?

Mensch, was wir alles machen könnten! Wir hätten so viel mehr Zeit, die wir dann nicht mehr für unsere Sorgen bräuchten. Wir hätten Energie und vor allem den Mut, mehr Dinge umzusetzen, würden mehr träumen und Träume verwirklichen.

Wie du sorgenfrei wirst – mit Gaur Gopal Das

Gaur Gopal Das ist ein indischer Mönch, der durch seine inspirierenden Vorträge zu einem beliebten öffentlichen Sprecher geworden ist. Eine seiner beliebtesten Reden war die, in der er uns vor Augen führt, wie sinnlos es ist, sich zu sorgen.

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Warum Diagnosen schwierig sind – für uns und andere

…und dann kam die Diagnose.

Ein gängiger Satz, mit dem meist nichts Gutes verbunden wird – außer es war eine erleichternde Diagnose. Lebensmittelunverträglichkeiten sind meist gar nicht so leicht zu identifizieren. Wenn der Arzt dann eine bestimmte diagnostiziert, kann diese helfen, das Leid (nach dem Essen) zu reduzieren. Je nach Einschränkung kann das zu einer Erleichterung oder einer stärkeren Belastung führen.

Viele Diagnosen führen zu mehr Leid

Eine Diagnose steht häufig für eine Krankheit, die wir im Allgemeinen – genau wie Probleme – als negativ bewerten und nicht haben wollen. Darum finde ich als Psychologin Diagnosen oft schwierig: Weiterlesen

Emotionale Hygiene – TED Talk von Guy Winch

Depression – ach komm, das ist doch alles nur in deinem Kopf.

Wenn ich mich verletze, behandele ich die Wunde – das ist genauso klar wie die Tatsache, dass wir mindestens zweimal am Tag unsere Zähne putzen müssen, damit sie gesund bleiben. Doch was ist eigentlich mit emotionaler Gesundheit? Diese Frage wirft Guy Winch in seinem TED Talk zum Thema „Emotionale Hygiene“ auf:

Warum kümmern wir uns mehr um die physische Gesundheit als um die psychische?

Psychische Verletzungen wie Zurückweisung, Misserfolg oder Einsamkeit kommen viel häufiger vor als physische.

Guy Winch erklärt fachlich und persönlich (mit Anekdoten über ihn und seinen Zwillingsbruder), wieso emotionale Hygiene wichtig ist.

Key Points des TED Talks „Emotionale Hygiene“

Hier noch einmal die benannten psychischen Verletzungen und mögliche Umgehensweisen:

Einsamkeit

Sie reißt eine tiefe psychische Wunde. Einsamkeit verzerrt unsere Wahrnehmung und verwirrt unser Denken. Sie lässt uns glauben, dass unsere Mitmenschen sich weniger um uns sorgen, als sie wirklich tun. Wir fürchten uns, auf andere zuzugehen, weil wir auf Zurückweisung und Herzschmerz eingestellt sind, während das Herz schon mehr schmerzt, als wir ertragen können.

Einsamkeit ist eine subjektive Empfindung. Chronische Einsamkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit eines früheren Todes um 14% und hat negative Auswirkungen auf den Blutdruck, Cholesterinspiegel und das Immunsystem.

Misserfolg

Gefühle und Glaubenssätze haben einen signifikant negativen Effekt auf die Erfolgswahrscheinlichkeit. Wer glaubt, etwas nicht zu können, wird wahrscheinlich scheitern.

Zurückweisung / Ablehnung

Nach Zurückweisung sind wir meist groß darin, uns unserer Schwächen und Fehler bewusst zu werden – schlimmer noch, sie zu fokussieren. Eigentlich eine unlogische Reaktion, da unser Selbstwert bereits verletzt ist – warum wollen wir ihn noch weiter zerstören? Eine physische Wunde würden wir schließlich auch nicht verschlimmern wollen.

Screenshot: Emotionale Hygiene - TED Talk Guy Winch

Schütze dein Selbstwertgefühl

Denk daran, dass unser Verstand sich nur schwer beeinflussen lässt sobald wir von etwas überzeugt sind. Darum: Bekämpfe das Gefühl der Hilflosigkeit und durchbreche die Negativspirale, bevor sie sich verselbstständigt.

Behandle dich selbst so, wie du einen guten Freund in so einer Situation behandeln würdest.

Grübeln

Grübeln ist eine kostspielige Angewohnheit, die schnell zum Zwang und dann zu psychischen und physischen Krankheiten führen kann.

Eine zweiminütige Ablenkung kann genug sein, um den Grübelzwang zu unterdrücken.

Meine Gedanken zum TED Talk „Emotionale Hygiene“

Dieser Talk wurde mir an einem Tag empfohlen, an dem ich in einer Negativspirale steckte. Schon öfter wurde mir gesagt, dass ich scheinbar ganz „gerne“ grüble oder gar leide. Reflektiere ich mich und meine Verhaltensmuster in einer ruhigen Minute, merke ich selbst, dass ich mich manchmal von meinen negativen gefangen nehmen lasse. In der Tat beleuchte ich in nach Zurückweisungen häufig meine Schwächen und Fehler und verschlimmere meinen Zustand dadurch nur. Für mich selbst habe ich mittlerweile herausgefunden, dass ich dieses Handlungsmuster vor allem in zwischenmenschlichen (Liebes-) Beziehungen anwende. In anderen Kontexten reagiere ich (zum Glück) anders.

Nachdenken vs. Grübeln

Dieses Grübeln beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Doch denke ich (hilfreich) darüber nach oder grüble ich über das Grübeln. Ich weiß es nicht – noch nicht. Vor knapp zwei Jahren empfiehl mir eine Freundin, mit der ich Psychologie studiert habe, das Buch eines Dozenten unseres Fachbereichs: „Grübeln: Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst.“*
Tobias Teismann ist Experte der Depressionsforschung und erklärt im Buch, wie sich Nachdenken von Grübeln unterscheidet und gibt Möglichkeiten, das depressive Grübeln zu überwinden – auch hilfreich, wenn man sich nicht „depressiv“ fühlt.

Ablenkung – der Skills-Koffer

Sowohl Guy Winch als auch Tobias Teismann benennen die Strategie des Ablenkens. Im Buch werden ergänzende Methoden wie die Aufmerksamkeitslenkung und der Grübelaufschub beschrieben. Schön finde ich, dass es zudem ein Kapitel „Hilft das alles?“ gibt, in dem Skeptiker Raum gegeben wird.

Persönlich habe ich im Rahmen meiner psychologischen Praxiserfahrung ein Skills Training begleitet. Hierbei geht es darum, mit schwierigen ggf. impulsiven emotionalen Situationen und Zuständen umzugehen. Das Skills Training richtet sich vor allem an Menschen mit Schwierigkeiten der Emotionsregulation, doch ich finde es im Grunde für jeden hilfreich. Die Essenz ist, heftigen emotionalen Zuständen mit starken äußeren Reizen zu begegnen, die nicht schädigend sind. Beispiele sind Chilischoten, Kühlpacks, Wärmekissen, Knete und Stressbälle sein. Das Training werde ich an anderer Stelle noch umfassender beschreiben.

 

Was hältst du vom Konzept „emotionale Hygiene“?
Wie gehst du mit heftigen emotionalen Situationen um?

 

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