Kategorie: Stimulanzien

Wie du in einer Minute sorgenfrei wirst

Lachendes Kind auf Tisch sitzend - sorgenfrei

An manchen Tagen fühle ich mich gefangen in Gedankenspiralen. Vor allem dann, wenn mal wieder gar nichts gelingen will. Wenn es kommt, dann ja bekanntlich dicke. Mir scheint, momentan ist auch eine gute Zeit, um sich Sorgen zu machen: Um die persönliche Zukunft und die der Welt, um die eigene Gesundheit, die Work-Life-Balance, um die Familie, vielleicht sogar um die Obdachlosen, die bei Kälte und Schietwetter draußen übernachten müssen.

Wäre es nicht toll, wenn wir alle sorgenfrei wären?

Mensch, was wir alles machen könnten! Wir hätten so viel mehr Zeit, die wir dann nicht mehr für unsere Sorgen bräuchten. Wir hätten Energie und vor allem den Mut, mehr Dinge umzusetzen, würden mehr träumen und Träume verwirklichen.

Wie du sorgenfrei wirst – mit Gaur Gopal Das

Gaur Gopal Das ist ein indischer Mönch, der durch seine inspirierenden Vorträge zu einem beliebten öffentlichen Sprecher geworden ist. Eine seiner beliebtesten Reden war die, in der er uns vor Augen führt, wie sinnlos es ist, sich zu sorgen.

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Gestern, heute, morgen – in welcher Zeit lebst du?

Während ich diese Zeilen schreibe, denke ich viel an gestern. Vielleicht, weil sich das Jahr dem Ende neigt, weil es ein ereignisreiches Jahr war oder weil ich noch sehr am Gestern hänge.
Ist es nicht spannend, wie häufig wir entweder nicht loslassen können oder glauben, dass morgen alles besser wird?

Und, in welcher Zeit lebst du?

Früher war alles besser!

Manchmal fühlt es sich für mich so an. Früher musste ich mich um nichts kümmern, konnte einfach sein. Je älter ich wurde, desto komplexer das Leben und die Probleme. Gleichzeitig natürlich auch aufregender. Weiterlesen

Glücksmomente und wie du den Weihnachtsblues entschärfst

Frohe Weihnachten!

Es ist wieder soweit: In vielen Fenstern leuchten Lichterketten, hier und dort singen Menschen Weihnachtslieder und manchmal wünschen sich sogar Fremde ein frohes Weihnachtsfest. Kleine weihnachtliche Glücksmomente an jeder Ecke.

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Wie eine Woche Auszeit mein Leben veränderte

Können wir nicht alle Urlaub gebrauchen – und das ständig?

Nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit – genauer gesagt, drei Jahre (!!) – keinen richtigen Urlaub (mit Meer, Sonne und Wegfliegen) gemacht hatte, war es für mich dringend an der Zeit. Ich wollte alleine wegfahren und ein bisschen musste ich das auch. Gleichzeitig wollte ich nicht so ganz alleine sein. Mehrere Menschen in meinem Umfeld rieten mir deshalb dazu einen Surf und/oder Yoga Urlaub zu machen

Surf und Yoga Retreat – was ist das und warum?

Nun bin ich weder in dem einen noch in dem anderen besonders erfahren. Etwa einmal im Monat mache ich einen Yoga-Kurs in meinem Fitnessstudio. Außer ein paar Windsurfstunden hatte ich noch keine Surferfahrung. Trotzdem oder gerade deswegen hatte ich Lust, beides auszuprobieren. Zumal ich Sorge hatte, dass ein reines Yoga-Camp mir zu esoterisch und nur Surfen zu viele Freidenker (und Alkoholkonsum) bedeuten würde.

Das sind die Yogafriends Fuerteventura

Nach etwas Recherche stieß ich auf die Yogafriends Fuerteventura und hatte sofort Lust auf einen Besuch in der Villa. Im Gespräch mit der Gründerin Annette Arndt versuchte ich herauszufinden, was die Yogafriends Fuerteventura einzigartig macht:

Der Weg ist das Ziel.

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Warum Diagnosen schwierig sind – für uns und andere

…und dann kam die Diagnose.

Ein gängiger Satz, mit dem meist nichts Gutes verbunden wird – außer es war eine erleichternde Diagnose. Lebensmittelunverträglichkeiten sind meist gar nicht so leicht zu identifizieren. Wenn der Arzt dann eine bestimmte diagnostiziert, kann diese helfen, das Leid (nach dem Essen) zu reduzieren. Je nach Einschränkung kann das zu einer Erleichterung oder einer stärkeren Belastung führen.

Viele Diagnosen führen zu mehr Leid

Eine Diagnose steht häufig für eine Krankheit, die wir im Allgemeinen – genau wie Probleme – als negativ bewerten und nicht haben wollen. Darum finde ich als Psychologin Diagnosen oft schwierig: Weiterlesen

Gute Laune in 60 Sekunden – so geht’s

Heute ist wieder so ein Tag voller grau in grau, Regen und kühle Brise inklusive. Am liebsten will ich im Bett bleiben und gar nichts machen. Keine gute Idee, dann komme ich nur in blöde Gedankenspiralen.

Ein Trick von Vera Felicitas Birkenbihl

Für solche Momente habe ich einen ganz speziellen Stimmungsaufheller: Vera Felicitas Birkenbihl. Als Motivations- und Kommunikations-Trainerin und Autorin hielt sie viele spannende Vorträge zum Thema Glück und Selbstwirksamkeit. Einer ihrer berühmtesten Tricks ist die „gute Laune in 60 Sekunden“: Wenn man 60 Sekunden lang grinst, bekommt das Gehirn Signale, anhand derer es schlussfolgert, dass die Grinsekatze gute Laune hat. Klingt ein wenig esoterisch, ist es aber nicht. Weiterlesen

Warum Hilfe es manchmal noch schlimmer macht – Vermeidungsleid

Zeichnung eines Schmetterlings – Vermeidungsleid

Loslassen fällt mir nicht leicht. Das gilt vor allem für Situationen, in denen ich Hoffnung habe und Potenzial sehe. Wenn ich bemerke, dass ein Mensch leidet und ich zugleich eine Lösung sehe, möchte ich helfen. Das ist ganz natürlich, glaube ich. Trotzdem ist es nicht immer der richtige Weg. Es geht schließlich nicht darum, was ich glaube, sondern darum, was der andere will und was nicht. Schon lange begleitet mich das Sprichwort:

„Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber“

Manchmal sind die Pferde ziemliche Esel und sehr stur. Dann fällt es mir noch schwerer, loszulassen. Im Gegenteil, dann versuche ich sie manchmal zur Tränke zu zerren, gar ihren Kopf unter Wasser zu drücken. Dabei besteht Gefahr, dass sie ertrinken und das will ich ja auch nicht. Tja, also loslassen. Auch das will ich nicht. Helfen ist schließlich etwas Gutes. Oder nicht? Nicht immer. Sehr schön veranschaulicht das die folgende Geschichte aus dem Buch „Mit Ängsten und Sorgen erfolgreich umgehen“* von Jahn Forsyth und Georg Eifert: Weiterlesen

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott [Filmvorstellung]

Bevor ihr mich, SMIZING und den folgenden Film bewertet, gar verurteilt, haltet einen Moment inne und lest noch ein bisschen weiter. „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ ist eine Geschichte über etwas, das uns alle verbindet: Verlust und den damit verbundenen Schmerz. William Paul Young schrieb die Geschichte ursprünglich für seine Kinder. Er wollte ihnen zu Weihnachten eine Geschichte erzählen, die zentrale emotionale Themen der Menschheit aufgreift.

Darum geht es in „Die Hütte“

Mack ist stolzer Vater von drei Kindern und hat eine bezaubernde Frau. Als er allein mit seinen Kindern zum Campen fährt, wird seine Jüngste, Missy, entführt und ermordet. Eine „große Traurigkeit“ überkommt die Familie und sie erscheint daran zu zerbrechen. Vier Jahre nach dem schlimmen Ereignis erhält Mack eine mysteriöse Nachricht – von „Gott“. Er lädt ihn ein, zurück an den Ort des Grauens zu kommen. Irritiert und neugierig zugleich folgt Mack der Einladung. Es beginnt eine Reise zu den tiefsten Tiefen seiner Persönlichkeit.

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Mandy Harvey – Gehörlose Sängerin gibt nicht auf

Ich möchte mehr mit meinem Leben anfangen, als aufzugeben.

Mandy Harvey ist 29 Jahre alt, Sängerin und kommt aus Nashville. Soweit nichts Besonderes. Was sie auszeichnet, ist ihr Wille, etwas scheinbar Unmögliches zu schaffen. Wie stark dieser Wille ist, bewies sie mit ihrem atemberaubenden Auftritt bei „America’s Got Talent“, wo sie Ukulele spielte und ihren eigenen Song „Try“ sang. Das Beeindruckende dabei: Mandy Harvey ist seit ihrem 18 Lebensjahr gehörlos. Nervenbahnen ihres Hörsinns haben sich aufgrund einer Krankheit zurückgebildet. Das Singen begann sie mit 4 Jahren. Durch ihre Gehörlosigkeit schien es unmöglich, dieser Leidenschaft weiter nachgehen zu können. Sie gab auf, zunächst. Doch der Wunsch, weiter zu singen war größer. Weiterlesen

Depression Slam – Sabrina Benaim sagt es laut

Depressionen sind eine sehr ernst zu nehmende Krankheit: Die Wahrscheinlichkeit im Leben irgendwann unter einer Depression zu leiden (= Lebenszeit-Prävalenz) liegt bei 19%. Frauen sind mit 25% deutlich häufiger betroffen als Männer mit 12% (Quelle: Robert Koch-Institut).
Das sind erstmal ’nur‘ Wahrscheinlichkeitswerte. Doch auch das Bundesgesundheitsministerium hebt hervor:

„Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Schätzungen zufolge leiden weltweit inzwischen circa 350 Millionen Menschen unter einer Depression. Bis zum Jahr 2020 werden Depressionen oder affektive Störungen laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein.“
(Quelle: Bundesgesundheitsministerium.de)

Das sind sehr viele Menschen und eine eher schlechte Prognose. Und dennoch – oder gerade deswegen – heißt es von einigen Skeptikern, dass eine Depression meist „nur vorgeschoben“ sei, zum Beispiel, um sich vor etwas zu drücken oder weil man eigentlich einen schwachen Willen habe. Man solle sich nicht so anstellen und einfach mal wieder was machen. Aufstehen.

Depression Slam – „Explaining My Depression to My Mother“

Leichter gesagt als getan. Das wissen nicht nur Menschen, die unter Depressionen leiden, sondern alle, die sich schon einmal nicht motivieren konnten, etwas zu tun, von dem sie wussten, dass es ihnen gut tun würde. Wie sich depressive Störungen anfühlen können und wie schwer es sein kann, damit umzugehen, demonstriert Sabrina Benaim in ihrer eindrucksvollen Performance (ich nenne es „Depression Slam“) „Explaining My Depression to My Mother“:

Für mich extrem authentisch und sehr berührend. Wenngleich ich bislang zum Glück nie derlei depressive Episoden erleben musste, kann ich ihren Leidensdruck nachempfinden. Sie transportiert ihre Emotionen unglaublich gut.

Meine drei Highlights des Depression Slams:

„Meine Mutter sagt: ‚Warum gehst du nicht zu richtigen Partys – um deine Freunde zu sehen?‘ Klar, ich mache Pläne. Ich plane, aber ich will gar nicht hingehen. Ich plane, weil ich weiß, dass es besser wäre, wenn ich hingehen wollen würde. Manchmal wäre ich auch gern hingegangen, aber es ist nicht so lustig Spaß zu haben, wenn du gar keinen Spaß haben willst, Mama.“

Mach doch einfach mal…

Wenn einfach nur so einfach wäre. Wie Sabrina verdeutlicht, ist es meist nicht so, dass unter Depressionen leidende Menschen nicht wissen, was klug oder hilfreich für sie wäre, sondern es hapert an der Umsetzung. Die (emotionale) Antriebslosigkeit ist Kern des Problems. Angehörige wie Sabrinas Mutter meinen es dann meist nur gut und wollen motivieren, indem sie Vorschläge machen. Doof nur, dass diese leider auch das Gegenteil bewirken können. Betroffene fühlen sich manchmal dadurch gedrängt etwas zu tun, was sie nicht wollen. Das erzeugt (Erwartungs-) Druck und der belastet – ggf. auch die Beziehung zueinander. Dennoch ist hinlänglich bekannt, dass Aktivität einer der effektivsten Wege aus der Depression ist. Daher ist es hilfreich, wenn beide Seiten miteinander kommunizieren, Rücksicht nehmen, und schauen wann was geht und wann nicht. In der Psychologie gilt: Mittelschwere Herausforderungen sind am hilfreichsten um neue Wege zu gehen. Gemeinsam einzelne Schritte planen kann helfen.

„Mama, ich bin einsam. Ich glaube, als Papa gegangen ist, lernte ich, wie man Wut in Einsamkeit verwandelt und Einsamkeit in beschäftigt sein. Und wenn ich sage, dass ich in letzter Zeit total beschäftigt war, dann meine ich damit, dass ich auf der Couch einschlief, während ich Sport im Fernsehen schaute, um zu verhindern, dass ich mich mit der leeren Seite meines Bettes konfrontiere. Doch meine Depression zerrt mich immer wieder zurück ins Bett.“

Verdrängung kann wirksam sein, aber selten nachhaltig

Unangenehme Gefühle hat niemand gern. Die wollen wir genauso schnell loswerden wie unsere Probleme – ein bekanntes und beliebtes Problem. Viele Menschen versuchen Gefühle, die sie nicht haben wollen, zu verdrängen, indem sie sich zum Beispiel davon ablenken. Kurz- und mittelfristig mag das gut funktionieren, doch in den meisten Fällen holt uns diese Art des Umgangs mit Emotionen irgendwann ein, meist gibt es dann die volle Breitseite. Wie in Brené Browns TED Talk gehört, führt eine „Betäubung“ meist dazu, dass dann alles betäubt ist, wir evtl. nichts mehr empfinden und damit auch die positiven Gefühle trüben. Die entstehende Leere ist ein typisches Symptom von Depressionen. Daher ist es so wichtig, Gefühle zuzulassen und zu akzeptieren – gerade die schlechten. Das gilt auch für depressive Phasen. Wichtig ist, sich gleichzeitig bewusst zu machen, dass unsere Gefühle nur ein Teil von uns sind und wir selbst entscheiden, wie viel Macht wir ihnen geben. Daran können Angehörige die Betroffenen versuchen zu erinnern:
Ich habe ein Gefühl, ich bin das Gefühl nicht.

„Meine Mutter versteht es immer noch nicht. Mama, kannst du denn nicht sehen, dass ich es selbst nicht verstehe?“

Geduldig sein und akzeptieren, dass Depressionen schlecht greifbar sind

Welch große Verzweiflung: Sich selbst und sein Verhalten erklären zu müssen, ohne es selbst zu verstehen. „Es ist was es ist“ – sagt nicht nur die Liebe. Depressionen sind komplex und sie können sich verändern. Manche Tage sind gut, andere schlecht. Manchmal geht es einen Schritt vor und gleich wieder zwei zurück. Das ist auf den ersten Blick nicht schön, aber ok. Veränderungen brauchen Zeit und da hilft nur Geduld – von allen Seiten – wenngleich klar ist, dass diese Tugend in unserer schnelllebigen Welt immer seltener vorhanden ist.

 

So ein Depression Slam hat ganz schön viel Stoff.

 

Wie findet ihr die Performance von Sabrina Benaim und was sind eure Erfahrungen im Umgang mit Depressionen zwischen Betroffenen und Angehörigen?