Kategorie: Stimulanzien

Warum Hilfe es manchmal noch schlimmer macht – Vermeidungsleid

Zeichnung eines Schmetterlings – Vermeidungsleid

Loslassen fällt mir nicht leicht. Das gilt vor allem für Situationen, in denen ich Hoffnung habe und Potenzial sehe. Wenn ich bemerke, dass ein Mensch leidet und ich zugleich eine Lösung sehe, möchte ich helfen. Das ist ganz natürlich, glaube ich. Trotzdem ist es nicht immer der richtige Weg. Es geht schließlich nicht darum, was ich glaube, sondern darum, was der andere will und was nicht. Schon lange begleitet mich das Sprichwort:

„Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber“

Manchmal sind die Pferde ziemliche Esel und sehr stur. Dann fällt es mir noch schwerer, loszulassen. Im Gegenteil, dann versuche ich sie manchmal zur Tränke zu zerren, gar ihren Kopf unter Wasser zu drücken. Dabei besteht Gefahr, dass sie ertrinken und das will ich ja auch nicht. Tja, also loslassen. Auch das will ich nicht. Helfen ist schließlich etwas Gutes. Oder nicht? Nicht immer. Sehr schön veranschaulicht das die folgende Geschichte aus dem Buch „Mit Ängsten und Sorgen erfolgreich umgehen“* von Jahn Forsyth und Georg Eifert: Weiterlesen

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott [Filmvorstellung]

Bevor ihr mich, SMIZING und den folgenden Film bewertet, gar verurteilt, haltet einen Moment inne und lest noch ein bisschen weiter. „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ ist eine Geschichte über etwas, das uns alle verbindet: Verlust und den damit verbundenen Schmerz. William Paul Young schrieb die Geschichte ursprünglich für seine Kinder. Er wollte ihnen zu Weihnachten eine Geschichte erzählen, die zentrale emotionale Themen der Menschheit aufgreift.

Darum geht es in „Die Hütte“

Mack ist stolzer Vater von drei Kindern und hat eine bezaubernde Frau. Als er allein mit seinen Kindern zum Campen fährt, wird seine Jüngste, Missy, entführt und ermordet. Eine „große Traurigkeit“ überkommt die Familie und sie erscheint daran zu zerbrechen. Vier Jahre nach dem schlimmen Ereignis erhält Mack eine mysteriöse Nachricht – von „Gott“. Er lädt ihn ein, zurück an den Ort des Grauens zu kommen. Irritiert und neugierig zugleich folgt Mack der Einladung. Es beginnt eine Reise zu den tiefsten Tiefen seiner Persönlichkeit.

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Mandy Harvey – Gehörlose Sängerin gibt nicht auf

Ich möchte mehr mit meinem Leben anfangen, als aufzugeben.

Mandy Harvey ist 29 Jahre alt, Sängerin und kommt aus Nashville. Soweit nichts Besonderes. Was sie auszeichnet, ist ihr Wille, etwas scheinbar Unmögliches zu schaffen. Wie stark dieser Wille ist, bewies sie mit ihrem atemberaubenden Auftritt bei „America’s Got Talent“, wo sie Ukulele spielte und ihren eigenen Song „Try“ sang. Das Beeindruckende dabei: Mandy Harvey ist seit ihrem 18 Lebensjahr gehörlos. Nervenbahnen ihres Hörsinns haben sich aufgrund einer Krankheit zurückgebildet. Das Singen begann sie mit 4 Jahren. Durch ihre Gehörlosigkeit schien es unmöglich, dieser Leidenschaft weiter nachgehen zu können. Sie gab auf, zunächst. Doch der Wunsch, weiter zu singen war größer. Weiterlesen

Depression Slam – Sabrina Benaim sagt es laut

Depressionen sind eine sehr ernst zu nehmende Krankheit: Die Wahrscheinlichkeit im Leben irgendwann unter einer Depression zu leiden (= Lebenszeit-Prävalenz) liegt bei 19%. Frauen sind mit 25% deutlich häufiger betroffen als Männer mit 12% (Quelle: Robert Koch-Institut).
Das sind erstmal ’nur‘ Wahrscheinlichkeitswerte. Doch auch das Bundesgesundheitsministerium hebt hervor:

„Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Schätzungen zufolge leiden weltweit inzwischen circa 350 Millionen Menschen unter einer Depression. Bis zum Jahr 2020 werden Depressionen oder affektive Störungen laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein.“
(Quelle: Bundesgesundheitsministerium.de)

Das sind sehr viele Menschen und eine eher schlechte Prognose. Und dennoch – oder gerade deswegen – heißt es von einigen Skeptikern, dass eine Depression meist „nur vorgeschoben“ sei, zum Beispiel, um sich vor etwas zu drücken oder weil man eigentlich einen schwachen Willen habe. Man solle sich nicht so anstellen und einfach mal wieder was machen. Aufstehen.

Depression Slam – „Explaining My Depression to My Mother“

Leichter gesagt als getan. Das wissen nicht nur Menschen, die unter Depressionen leiden, sondern alle, die sich schon einmal nicht motivieren konnten, etwas zu tun, von dem sie wussten, dass es ihnen gut tun würde. Wie sich depressive Störungen anfühlen können und wie schwer es sein kann, damit umzugehen, demonstriert Sabrina Benaim in ihrer eindrucksvollen Performance (ich nenne es „Depression Slam“) „Explaining My Depression to My Mother“:

Für mich extrem authentisch und sehr berührend. Wenngleich ich bislang zum Glück nie derlei depressive Episoden erleben musste, kann ich ihren Leidensdruck nachempfinden. Sie transportiert ihre Emotionen unglaublich gut.

Meine drei Highlights des Depression Slams:

„Meine Mutter sagt: ‚Warum gehst du nicht zu richtigen Partys – um deine Freunde zu sehen?‘ Klar, ich mache Pläne. Ich plane, aber ich will gar nicht hingehen. Ich plane, weil ich weiß, dass es besser wäre, wenn ich hingehen wollen würde. Manchmal wäre ich auch gern hingegangen, aber es ist nicht so lustig Spaß zu haben, wenn du gar keinen Spaß haben willst, Mama.“

Mach doch einfach mal…

Wenn einfach nur so einfach wäre. Wie Sabrina verdeutlicht, ist es meist nicht so, dass unter Depressionen leidende Menschen nicht wissen, was klug oder hilfreich für sie wäre, sondern es hapert an der Umsetzung. Die (emotionale) Antriebslosigkeit ist Kern des Problems. Angehörige wie Sabrinas Mutter meinen es dann meist nur gut und wollen motivieren, indem sie Vorschläge machen. Doof nur, dass diese leider auch das Gegenteil bewirken können. Betroffene fühlen sich manchmal dadurch gedrängt etwas zu tun, was sie nicht wollen. Das erzeugt (Erwartungs-) Druck und der belastet – ggf. auch die Beziehung zueinander. Dennoch ist hinlänglich bekannt, dass Aktivität einer der effektivsten Wege aus der Depression ist. Daher ist es hilfreich, wenn beide Seiten miteinander kommunizieren, Rücksicht nehmen, und schauen wann was geht und wann nicht. In der Psychologie gilt: Mittelschwere Herausforderungen sind am hilfreichsten um neue Wege zu gehen. Gemeinsam einzelne Schritte planen kann helfen.

„Mama, ich bin einsam. Ich glaube, als Papa gegangen ist, lernte ich, wie man Wut in Einsamkeit verwandelt und Einsamkeit in beschäftigt sein. Und wenn ich sage, dass ich in letzter Zeit total beschäftigt war, dann meine ich damit, dass ich auf der Couch einschlief, während ich Sport im Fernsehen schaute, um zu verhindern, dass ich mich mit der leeren Seite meines Bettes konfrontiere. Doch meine Depression zerrt mich immer wieder zurück ins Bett.“

Verdrängung kann wirksam sein, aber selten nachhaltig

Unangenehme Gefühle hat niemand gern. Die wollen wir genauso schnell loswerden wie unsere Probleme – ein bekanntes und beliebtes Problem. Viele Menschen versuchen Gefühle, die sie nicht haben wollen, zu verdrängen, indem sie sich zum Beispiel davon ablenken. Kurz- und mittelfristig mag das gut funktionieren, doch in den meisten Fällen holt uns diese Art des Umgangs mit Emotionen irgendwann ein, meist gibt es dann die volle Breitseite. Wie in Brené Browns TED Talk gehört, führt eine „Betäubung“ meist dazu, dass dann alles betäubt ist, wir evtl. nichts mehr empfinden und damit auch die positiven Gefühle trüben. Die entstehende Leere ist ein typisches Symptom von Depressionen. Daher ist es so wichtig, Gefühle zuzulassen und zu akzeptieren – gerade die schlechten. Das gilt auch für depressive Phasen. Wichtig ist, sich gleichzeitig bewusst zu machen, dass unsere Gefühle nur ein Teil von uns sind und wir selbst entscheiden, wie viel Macht wir ihnen geben. Daran können Angehörige die Betroffenen versuchen zu erinnern:
Ich habe ein Gefühl, ich bin das Gefühl nicht.

„Meine Mutter versteht es immer noch nicht. Mama, kannst du denn nicht sehen, dass ich es selbst nicht verstehe?“

Geduldig sein und akzeptieren, dass Depressionen schlecht greifbar sind

Welch große Verzweiflung: Sich selbst und sein Verhalten erklären zu müssen, ohne es selbst zu verstehen. „Es ist was es ist“ – sagt nicht nur die Liebe. Depressionen sind komplex und sie können sich verändern. Manche Tage sind gut, andere schlecht. Manchmal geht es einen Schritt vor und gleich wieder zwei zurück. Das ist auf den ersten Blick nicht schön, aber ok. Veränderungen brauchen Zeit und da hilft nur Geduld – von allen Seiten – wenngleich klar ist, dass diese Tugend in unserer schnelllebigen Welt immer seltener vorhanden ist.

 

So ein Depression Slam hat ganz schön viel Stoff.

 

Wie findet ihr die Performance von Sabrina Benaim und was sind eure Erfahrungen im Umgang mit Depressionen zwischen Betroffenen und Angehörigen?

YouTube Equipment – Video-Technik für Einsteiger und Fortgeschrittene

Feet in flip-flops and a table full of video equipment

Video bzw. YouTube Equipment gibt es wie Sand am Meer. Doch was ist für welchen Zweck und welches Level passend? Im Post gebe ich verschiedene Empfehlungen, die den Technik-Frust möglichst gering halten sollen.

Als Medienproduzentin bin ich es gewohnt, dass mit professionellen Vollformat-Kameras und hochempfindlichen Mikrofonen gearbeitet wird. Als ich meinen eigenen YouTube Kanal für Gabelartist startete, stand ich vor den Fragen: Was brauche ich? Wie viel Budget habe ich? Mit welcher Technik für ich mich sicher im Umgang? Darum frug ich verschiedene Experten, sowohl professionelle Medienproduzenten, die sich in den Bereichen Kamera, Ton und Licht auskennen, als auch erfahrene YouTuber. Im Folgenden meine Empfehlungen für ein solides YouTube Equipment (alle Amazon-Links sind Teil meines Affiliate Programms, siehe unten):

YouTube Equipment – Kamera

Das Bild und die Bildgestaltung sind, neben dem Inhalt und der Sympathie gegenüber den Protagonisten, für mich eines der wichtigsten Kriterien, ob ich ein Video anschaue. Unfassbar viele Videos bestechen durch eine schlechte Bildqualität (was allerdings nur selten an der Leistung der Kamera liegt). Im Medienstudium hieß es immer

„Ohne Ton geht schon.“

Daher nehmt euch beim Setup Zeit, um die bestmögliche Bildqualität und -gestaltung zu erreichen.

Einsteiger

SMARTPHONES:
+++  Immer dabei, leicht und vor allem leicht zu bedienen, ohne extra Kosten und cross-medial.
–––  Zoom (schwierig und meist Qualitätsverlust), Ton schlecht, Speicher

Für viele Social Media Videos ist ein Smartphone völlig ausreichend. Tatsächlich drehe ich oft mit meinem iPhone und bin mit dem Ergebnis zufrieden. Alle Videos der Gabelartist „Vegan For Fit Challenge“ habe ich mit dem iPhone gedreht. In der Wohnung mit Stativ gar kein Problem. Viele nutzen die Selfie- bzw. FaceTime Kamera. Das hat den Vorteil, dass man den Bildausschnitt während der Aufnahme im Blick hat. Die entscheidende Frage ist:

Wie gut ist die Auflösung der Selfie-Kamera?

Beim iPhone z.B. ist die Kamera des SE Modells nicht brauchbar: 1,5 Megapixel im Vergleich zu 12 Megapixel und ’nur‘ 720p statt 1080p Videoaufnahmen. Das kann schon einen deutlichen Unterschied machen. Beim iPhone 6 und 6s sind es in der FaceTime Kamera zwar schon 5 Megapixel, aber immer noch ’nur‘ 720p. Mit den neuen Kameras des iPhone 7* und 7s* sieht es deutlich besser aus: 7 Megapixel und 1080p Videos. Das kann man probieren. Wer kein iPhone hat, kann die Spezifikationen bestimmt herausfinden. Im Zweifel: Ausprobieren und schauen, ob ihr zufrieden seid.

Wer viel produziert, wird wahrscheinlich schnell an die Speichergrenze des Smartphones geraten. Das nervt. Wie peinlich ist es bitte beim Interview noch Dateien löschen zu müssten?! Zudem werdet ihr in den meisten Settings nicht ohne externe Tonaufnahme auskommen.

Fortgeschrittene

Einige Male mit dem Smartphone gedreht, werden die Nachteile schnell klar (sei es nur, dass man in der Drehzeit die anderen Apps nicht so gut benutzen kann). Mich hat es auch immer genervt, nicht vernünftig zoomen zu können. Selbst bei passablen Smartphone-Kameras nervt es, immer mit den Fingern auf dem Touch-Screen rumfummeln zu müssen.

SYSTEMKAMERAS auch Kompaktkameras:
+++  moderate Kosten, handlich, Belichtung
–––  Auto- vs. manueller Fokus (nicht zufriedenstellend vs. anspruchsvoll), Mikroeingang?

SPIEGELREFLEXKAMERAS MITTELKLASSE:
+++  griffig, Fotografen-Gefühl, ggf. längere Akkuzeit im Vgl. zur elektronischen Systemkamera
–––  schwer, Klappzeit des Spiegels

CAMCORDER:
+++  moderate Kosten, handlich, ‚weicher‘ Zoom

–––  Fotografieren nicht oder nur schlechter (Handling und Qualität) möglich

Produktshot: Nikon D5300 - YouTube EquipmentProduktshot: Nikon M3 - YouTube Equipment

Meine persönliche Wahl fiel auf die Systemkamera Canon M3 mit 18 – 55 mm Objektiv* (578,48 Euro). Im Vergleich zum günstigeren 15 – 45 mm Objektiv überzeugte mich der STM-Antrieb für leise Scharfstellung beim Filmen. Warum die M3? Der entscheidende Vorteil gegenüber den anderen Herstellern ist, dass Canon einen Mikrofoneingang bietet. Wichtig war mir zudem ein schwenkbares Display, um einen Monitor zu haben. Die schicke Olympus Pen bietet das auch, allerdings klappt das Display nach unten, was unbrauchbar ist, wenn ein Stativ benutzt wird. Ein kleiner Nachteil der M3 ist, dass sie keinen optischen Sucher hat. Dieser muss bei Bedarf teuer dazugekauft werden, oder man greift gleich zur Canon M5*, die jedoch mehr als doppelt so teuer ist (1.377 Euro). Ein weiterer Vorteil der Systemkameras: Sie machen Fotos, die denen vergleichbarer Spiegelreflexkameras kaum nachstehen und können diese genauso leicht auf das Smartphone übertragen wie die „Großen“, z.B. über WLAN-Funktion.

Wer bereits eine Spiegelreflexkamera (der Mittelklasse) hat, braucht nicht erschrecken. Auch sie machen gute Videos. ‚Günstig‘ sind z.B. die Canon 750D* (640 Euro) oder die Nikon D5300* (699 Euro), die sich auf einem vergleichbaren Niveau der M3 befinden. Mit 375 Gramm wiegt die M3 allerdings nur etwa zwei Drittel der Spiegelreflex-Alternativen und passt leichter in die (Hand-) Tasche.

Wer seine Kamera nicht für Fotoaufnahmen benutzen möchte, kann über einen Camcorder nachdenken. Er ist handlicher beim Filmen und zoomt in jedem Fall weicher als jeder Mensch es händisch am Objektiv würde (wobei diese Art des Zoomens beim Filmen auch verpönt ist). Eine Empfehlung ist hier etwas schwierig, da es auch sehr darauf ankommt, wie gut das Gerät individuell in der Hand liegt. Persönlich mag ich Camcorder mit einem soliden Gehäuse lieber. Daher würde ich wahrscheinlich den Canon Legria HF G30* (849 Euro) bevorzugen. Wer es lieber kompakt mag, sollte sich die Panasonic HC-V777EG-K* (419 Euro) anschauen. Dazwischen liegt die Sony FDR-AX33 4K* (617,95 Euro) welche über einen sehr guten Bildstabilisator verfügt und 4K Videos macht, wenn man das denn möchte.

Produktshot: Canon Legria HF G30 - YouTube EquipmentProduktshot: Canon 5D - YouTube Equipment

Profis

Da ich mich selbst nicht als Kameraprofi einschätze, halte ich diesen Punkt kurz. Hierbei gilt:

Nichts ist wie eine Vollformat-Kamera.

Wer einen professionellen Filmlook schaffen will, sollte also auf eine Vollformat (und exzellente Kameraführung) setzen. Die Optik ist nochmal deutlich schöner als die von Spiegelreflexkameras der Mittelklasse, Farben kommen viel natürlicher und schöner raus, Lichtspiel und Tiefenschärfe habe eine ganz andere Ebene. Beliebt ist hier die Canon 5D Mark IV* (3.499 Euro). Extrem gut –und teuer– ist auch die Nikon D5* (5.799 Euro). Beide Modelle je ohne Objektive, versteht sich. Bei diesen Preisen solltet ihr euch vom Fachmann beraten lassen und wie bei allen Produkten:
Unbedingt ausprobieren!

Außer der Reihe

In einer Liste für YouTube Equipment sollten die folgenden beiden Kameras nicht fehlen: die GoPro Hero5* (418 Euro) und die Canon Legria Mini X. Die GoPro eignet sich hervorragend für Outdoor-Aufnahmen, wo man andere Kameras nicht einsetzen möchte. Zusammen mit dem Super Suit Schutz mit Tauchgehäuse* (51,89 Euro), kann man die GoPro zu Wasser, in der Höhe und bei Sandstaub klasse einsetzen. Die Legria Mini X ist DIE Vlogger Kamera und hat sich so gut verkauft, dass sie derzeit ausverkauft ist. Sie ist super transportabel, leicht bedienbar und liefert extrem gute Audioqualität. Ein Nachfolger ist derzeit nicht in Planung. Wer ganz am Anfang seiner Videokarriere steht, sollte auf diversen (online) Marktplätzen nach diesem Produkt suchen.

Produktshot: GoPro Hero5 - YouTube EquipmentProduktshot: Canon Legria Mini X - YouTube Equipment

YouTube Equipment – Ton und Zubehör

Es geht ohne Ton, aber schön ist was anderes. Daher ein paar Audio Tipps für euer YouTube Equipment plus weiteres Zubehör, das euch die Produktion erleichtert.

Ton

Allen Einsteigern (und Profis, die nach einer guten und günstigen Lösung suchen) empfehle ich den Handrekorder Zoom H1* (ab 91 Euro, Link mit Zubehör = 129 Euro). Die Aufnahmequalität ist so gut, dass es bei richtiger Anwendung/Aussteuerung leicht möglich ist, in lauten Umgebungen eine saubere Aufnahme zu bekommen. Selbst an der Oxford Street London hatte ich keine Probleme. Der Player ist kinderleicht zu bedienen – vergleichbar mit einem MP3-Player, leicht und hat den großen Vorteil, dass er über zwei Mikrofone in X/Y Anordnung verbaut sind, verfügt. Dadurch werden in Interviews die Stimmen beider Sprechenden meist gut eingefangen, auch wenn man das Mikro nicht schnell genug zum Sprechenden hält. Das Zubehörset ist empfehlenswert, weil die Tasche einen zusätzlichen Schutz bietet und der Wind- bzw. Poppschutz unerwünschte Geräusche abfängt. Auch Tripod und Adapter für Mikrofonständer können schnell sehr hilfreich sein (bei Aufnahmen an Tischen wird gern auf diese geklopft).

Produktshot: Zoom H1 mit Rode Smart Lav+ und Adapter - YouTube EquipmentProduktshot: Rode VidMic Go - YouTube Equipment

Wer Tutorials macht bzw. gern die Hände frei haben oder lieber ein dezenteres Mikro verwenden möchte, kann ein Ansteckmikro, ein sogenanntes Lavalier-Mikrofon verwenden. Meine erste Wahl ist das Rode Smart Lav+* (57 Euro). Es ist leicht anzustecken, macht super Aufnahmen und funktioniert mit gängigen Smartphones und Tablets. Kleiner Nachteil: Das Kabel ist sehr kurz. Abhilfe schafft das Rode SC1 Verlängerungskabel* (18,90 Euro), was allerdings ziemlich dünn ist. Wer direkt ins Smartphone/Tablet geht, kann allerdings nicht aussteuern. Es gibt zwar eine App von Rode, aber die ist eher für Audioaufnahmen ohne Video ausgelegt. System- und Spiegelreflexkameras haben meist Audiooptionen. Alternativ könnt ihr das Smart Lav+ mit dem Zoom H1 kombinieren. Dazu braucht ihr den TRRS auf TRS Adapter* (12,90 Euro). Das mache ich meistens; bedeutet aber, dass ihr Ton und Bild dann nachträglich synchronisieren müsst.

Eine andere gängige Lösung für Spiegelreflexkameras sind Kameramikrofone wie das Rode VidMic Go* (72,99 Euro auf dem Bild oben mit „Katze“ = Synthetikfell Windschutz Adapter* gegen Aufpreis von 22,49 Euro). Schön, weil, dann kein Mikro im Bild ist und man sich vor der Kamera nicht darum kümmern muss. Etwas doof, wenn die Kamera weiter weg ist und/oder die Umgebungsgeräusche laut sind. Mikrofone funktionieren einfach am besten in Mundnähe. Deshalb ist mir ein Reporter- oder Handmikrofon lieber. Da gibt es viele und Empfehlungen hängen von den Anwendungsbereichen ab. Das Musikhaus Thomann ist für alle Audiofragen ein kompetenter Ansprechpartner und gibt einen Überblick zum Thema „Reportermikrofone“ – im Zweifel: anrufen.

Oft mache ich das Auspegeln nach Augenmaß. In schwierigen Umgebungen und bei wichtigen Drehs ist es wichtig, vernünftig abzuhören. Handykopfhörer bieten dazu meist nicht den nötigen Komfort bzw. Klang. Sowohl dafür als auch zum Schnitt empfehle ich den Audio Technica ATH M30x* (75 Euro) Kopfhörer. Musik hören geht damit auch ziemlich gut.

Licht

Es ist furchtbar nervig, wenn in Videos gegen das Licht gefilmt wird und entscheidende Bildelemente nicht erkennbar sind. Gerade Einsteiger, die evtl. mit dem Smartphone beginnen, sollten zumindest eine Softbox* (ab 28,95 Euro) kaufen um für halbwegs klare (Licht-) Verhältnisse zu sorgen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Wirkung von Faltreflektoren* (26,99 Euro) um Akzente zu setzen oder unausgeglichene Beleuchtung zu überbrücken.

Stative

Wer einmal länger als fünf Minuten aus der Hand gefilmt hat – sei es ’nur‘ mit dem Handy – weiß, dass es anstrengend und die Aufnahme meist wackelig ist. Deshalb nutze ich für längere Aufnahmen fast immer ein Stativ. Für Anfänger und Smartphone-Filmer reicht ein leichtes Stativ von AmazonBasics* (23,99 Euro, 152 cm). Ich selbst habe mich für das etwas größere (und besser bewertete) Cullmann Alpha 2500* (21,89 Euro, 165 cm) und bin damit für den Hausgebrauch zufrieden. Es schwenkt sich mit dem iPhone allerdings etwas ruckelig. Wer mit dem Smartphone filmt, bestellt sich eine entsprechende Halterung. Ich habe die von Kaiser mit Ministativ* (16,99 Euro, ohne Stativ* 16,49 Euro). Sie hat zwei Gewinde zur Befestigung am Stativ. Ich bin sehr zufrieden damit, würde bei einem Neukauf allerdings auf die Variante von Manfrotto* (9,99 Euro) wählen. Sie hat zusätzlich noch einen ausklappbaren Ständer und ist somit selbststehend. Wer mit dem Tablet filmt, kann die Halterung von Zacro* (7,99 Euro) nutzen.

Produktshot: Manfrotto MCLAMP - YouTube EquipmentProduktshot: Manfrotto MT055CXPRO3 Carbon - YouTube Equipment

Die Marke Manfrotto ist auch meine erste Wahl, wenn es um professionelle Stative geht. Sie sind widerstandsfähig, optimal justierbar und verfügen über viele hilfreiche Details. Ein sehr umfangreiches Stativ ist zum Beispiel das Manfrotto MT055CXPRO3 Carbon* (304,39 Euro). Es wird viel für Produkt- und Makrofotografie verwendet. Auch für sogenannte „top down“ Aufnahmen, wie sie im Food- und DIY-Bereich populär sind, eignet es sich super. Allerdings ist es ein Fotostativ. Manfrotto hat eine eigene Sparte für Video-Stative, da diese deutlich beweglicher sein müssen. Einfach mal durchschauen, beraten lassen und ausprobieren.

YouTube Equipment – Fazit

Aller Anfang ist schwer. Wer sich zum ersten Mal dem Thema YouTube Equipment widmet, könnte etwas erschlagen sein. Fangt an mit dem, was ihr habt und schaut, ob es euch langfristig Spaß macht. Wer ausschließlich Zuhause produziert und keine großen Umgebungsgeräusche hat, kann erstmal mit dem Smartphone/Tablet und kostenloser Videoschnitt-Software starten. Alle, die ein wenig investieren wollen/können, empfehle ich folgendes Paket:

  • Handrekorder Zoom H1* mit Zubehör – 129 Euro
  • Ansteckmikrofon Rode Smart Lav+* – 57 Euro
  • Adapter Smart Lav+ auf Zoom H1 TRRS auf TRS* – 12,90 Euro
  • Licht über eine Softbox* – 28,95 Euro
  • Kamerastativ Cullmann Alpha 2500* – 21,89 Euro
  • Smartphone-Halterung für’s Stativ von Manfrotto* – 9,99 Euro bzw. die von Zacro* für 7,99 Euro für Tablets
    __________

Macht unter’m Strich: 259,73 Euro (plus Smartphone)
bzw. 257,73 Euro plus Tablet

Wer eine andere Kamera als das Smartphone/Tablet nutzen will, sollte mit mindestens 600 Euro zusätzlich kalkulieren (bei mir war es die Canon M3 mit 18 – 55 mm* für 578,48 Euro).
Perspektivisch ist mit Kosten für ein professionelles Schnittprogramm und je nach Videoqualität und Effektwünschen auch mit einem leistungsstärkeren Computer zu rechnen, plus Lernzeit und -kosten.

Wichtig ist, dass ihr euch vor dem Kauf überlegt, welchen Zweck das Gerät erfüllen soll. Kameras sollten ein schwenkbares Display haben, wenn ihr euch selbst filmen wollt. Da sie dafür meist auf einem Stativ platziert werden sollen, bringt es nichts, wenn sich das Display nach unten ausklappt. Da aktuell nur Canon Systemkameras über Mikroeingänge verfügen, sollten nicht-Canon-User in der Lage sein, Ton extern aufnehmen und dann mit dem Video synchronisieren zu können.

Lasst euch im Zweifel im Fachgeschäft eurer Wahl beraten und probiert aus, wie ihr mit den Produkten zurechtkommt. Denkt auch an die goldene Regel:

Wer (zu) billig kauft, kauft meist doppelt.

 

Allgemeine Hinweise

Dieser Artikel ist umfassend, aber nicht vollständig. Ich gebe hier subjektive Empfehlungen nach bestem Wissen und Gewissen aufgrund meiner Produktions-Erfahrung ohne technische Expertin zu sein. Ziel ist, einen Überblick zum Thema Video bzw. YouTube Equipment aus der Sicht einer Medienproduzentin und Bloggerin zu geben. Wie zufrieden jemand mit den beschriebenen Produkten ist, zeigt sich, beim eigenständigen Ausprobieren.

Die Empfehlungen und Preise beziehen sich auf den heutigen Tag, Stand: 14.05.2017, und können abweichen.

Bildnachweis: alle Fotos sind Herstellerfotos (PR) – außer das der GoPro Hero und das Titelbild, die kommen von unsplash.com

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Emotionale Hygiene – TED Talk von Guy Winch

Depression – ach komm, das ist doch alles nur in deinem Kopf.

Wenn ich mich verletze, behandele ich die Wunde – das ist genauso klar wie die Tatsache, dass wir mindestens zweimal am Tag unsere Zähne putzen müssen, damit sie gesund bleiben. Doch was ist eigentlich mit emotionaler Gesundheit? Diese Frage wirft Guy Winch in seinem TED Talk zum Thema „Emotionale Hygiene“ auf:

Warum kümmern wir uns mehr um die physische Gesundheit als um die psychische?

Psychische Verletzungen wie Zurückweisung, Misserfolg oder Einsamkeit kommen viel häufiger vor als physische.

Guy Winch erklärt fachlich und persönlich (mit Anekdoten über ihn und seinen Zwillingsbruder), wieso emotionale Hygiene wichtig ist.

Key Points des TED Talks „Emotionale Hygiene“

Hier noch einmal die benannten psychischen Verletzungen und mögliche Umgehensweisen:

Einsamkeit

Sie reißt eine tiefe psychische Wunde. Einsamkeit verzerrt unsere Wahrnehmung und verwirrt unser Denken. Sie lässt uns glauben, dass unsere Mitmenschen sich weniger um uns sorgen, als sie wirklich tun. Wir fürchten uns, auf andere zuzugehen, weil wir auf Zurückweisung und Herzschmerz eingestellt sind, während das Herz schon mehr schmerzt, als wir ertragen können.

Einsamkeit ist eine subjektive Empfindung. Chronische Einsamkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit eines früheren Todes um 14% und hat negative Auswirkungen auf den Blutdruck, Cholesterinspiegel und das Immunsystem.

Misserfolg

Gefühle und Glaubenssätze haben einen signifikant negativen Effekt auf die Erfolgswahrscheinlichkeit. Wer glaubt, etwas nicht zu können, wird wahrscheinlich scheitern.

Zurückweisung / Ablehnung

Nach Zurückweisung sind wir meist groß darin, uns unserer Schwächen und Fehler bewusst zu werden – schlimmer noch, sie zu fokussieren. Eigentlich eine unlogische Reaktion, da unser Selbstwert bereits verletzt ist – warum wollen wir ihn noch weiter zerstören? Eine physische Wunde würden wir schließlich auch nicht verschlimmern wollen.

Screenshot: Emotionale Hygiene - TED Talk Guy Winch

Schütze dein Selbstwertgefühl

Denk daran, dass unser Verstand sich nur schwer beeinflussen lässt sobald wir von etwas überzeugt sind. Darum: Bekämpfe das Gefühl der Hilflosigkeit und durchbreche die Negativspirale, bevor sie sich verselbstständigt.

Behandle dich selbst so, wie du einen guten Freund in so einer Situation behandeln würdest.

Grübeln

Grübeln ist eine kostspielige Angewohnheit, die schnell zum Zwang und dann zu psychischen und physischen Krankheiten führen kann.

Eine zweiminütige Ablenkung kann genug sein, um den Grübelzwang zu unterdrücken.

Meine Gedanken zum TED Talk „Emotionale Hygiene“

Dieser Talk wurde mir an einem Tag empfohlen, an dem ich in einer Negativspirale steckte. Schon öfter wurde mir gesagt, dass ich scheinbar ganz „gerne“ grüble oder gar leide. Reflektiere ich mich und meine Verhaltensmuster in einer ruhigen Minute, merke ich selbst, dass ich mich manchmal von meinen negativen gefangen nehmen lasse. In der Tat beleuchte ich in nach Zurückweisungen häufig meine Schwächen und Fehler und verschlimmere meinen Zustand dadurch nur. Für mich selbst habe ich mittlerweile herausgefunden, dass ich dieses Handlungsmuster vor allem in zwischenmenschlichen (Liebes-) Beziehungen anwende. In anderen Kontexten reagiere ich (zum Glück) anders.

Nachdenken vs. Grübeln

Dieses Grübeln beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Doch denke ich (hilfreich) darüber nach oder grüble ich über das Grübeln. Ich weiß es nicht – noch nicht. Vor knapp zwei Jahren empfiehl mir eine Freundin, mit der ich Psychologie studiert habe, das Buch eines Dozenten unseres Fachbereichs: „Grübeln: Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst.“*
Tobias Teismann ist Experte der Depressionsforschung und erklärt im Buch, wie sich Nachdenken von Grübeln unterscheidet und gibt Möglichkeiten, das depressive Grübeln zu überwinden – auch hilfreich, wenn man sich nicht „depressiv“ fühlt.

Ablenkung – der Skills-Koffer

Sowohl Guy Winch als auch Tobias Teismann benennen die Strategie des Ablenkens. Im Buch werden ergänzende Methoden wie die Aufmerksamkeitslenkung und der Grübelaufschub beschrieben. Schön finde ich, dass es zudem ein Kapitel „Hilft das alles?“ gibt, in dem Skeptiker Raum gegeben wird.

Persönlich habe ich im Rahmen meiner psychologischen Praxiserfahrung ein Skills Training begleitet. Hierbei geht es darum, mit schwierigen ggf. impulsiven emotionalen Situationen und Zuständen umzugehen. Das Skills Training richtet sich vor allem an Menschen mit Schwierigkeiten der Emotionsregulation, doch ich finde es im Grunde für jeden hilfreich. Die Essenz ist, heftigen emotionalen Zuständen mit starken äußeren Reizen zu begegnen, die nicht schädigend sind. Beispiele sind Chilischoten, Kühlpacks, Wärmekissen, Knete und Stressbälle sein. Das Training werde ich an anderer Stelle noch umfassender beschreiben.

 

Was hältst du vom Konzept „emotionale Hygiene“?
Wie gehst du mit heftigen emotionalen Situationen um?

 

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New South Wales – Australien entdecken [Werbung]

Australien hat mich schon immer fasziniert: Tolle Landschaften, entspannte Menschen und exotische Tiere sind nur die ersten drei Assoziationen, die ich habe. Während für Schüler weiterführender Schulen meist Amerika das Land der Träume ist, liegt Australien weit oben, wenn es um Backpacking und Work and Travel (vor, zwischen oder nach dem Studium) geht. Auch für Reisende mit mehr Budget ist Australien ein beliebtes Ziel.

There is nothing like Australia.

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Neujahr 2017 – Was ich uns für 2017 wünsche

Ich hasse diese vielen schlechten Cliparts und Videos, die zur Weihnachtszeit und zum neuen Jahr im Netz kursieren und via Messenger verbreitet werden. Es gibt nicht viel, bei dem ich das Wort hassen verwende, aber diese Medien finde ich ganz abscheulich. Platte Wünsche und hässliche Grafiken, das muss doch nicht sein. Dann lieber eine nette Geste von Herzen und bestenfalls persönlich und nicht digital. Wenn liebe Menschen weit entfernt sind, kann eine digitale Geste allerdings auch schön sein. Als ich heute von einer Freundin ein Video zum Thema Neujahr 2017 geschickt bekam, entschied ich mich dazu, es anzuschauen, weil ich wusste, dass sie diese platten Clips auch nicht mag.

Neujahr 2017 – Was ich dir für 2017 wünsche

Schön gemacht und ein paar tolle Botschaften. Überraschend war für mich, dass es von dem Radiosender DASDING kam. Auch die Kolumne „Alina – Die Liebe und der Sex“ finde ich sehr vielversprechend. Da ich Liebe zum Detail sehr schätze, freue ich mich über die Stop-Motion Machart. Alina habe ich auch direkt abonniert. Falls ihr auch Lust auf mehr habt, folgt ihr auf Instagram, Facebook und/oder YouTube.

Was ich euch für 2017 wünsche… #gutenrutsch #2017 #wishes #scrabble #liebe #sex #schmetterlinge #gänsehaut #herz #friends

Ein von Alina – die Liebe & der Sex (@alinadieliebeunddersex) gepostetes Foto am

Neujahr 2017 – was ich euch wünsche

Ergänzend zu Alinas Video wünsche ich euch Neugierde, Offenheit und ein großes Herz mit viel Geduld – für euch und für andere. Immer öfter bemerke ich, wie hart wir oft mit uns und als Resultat auch mit unserem Umfeld sind. Die Zeiten sind stressen, vor allem im Berufsleben und sooo Vieles könnte doch eigentlich immer noch besser sein. Wenn dir das bekannt vorkommt, schau mal in meinen Post über das vierundachtzigste Problem.

Neujahrsvorsätze finde ich übrigens nicht so hilfreich. Wenn du etwas in deinem Leben ändern möchtest, dann tu es jetzt – nicht zu einem „magischen“ Datum. Vor allem, wenn es um gesundheitliche Veränderungen wie mehr Sport treiben oder gesunder essen geht, finde ich es nicht besonders realistisch, das neue Jahr als Start zu nehmen. Seien wir mal ehrlich, als ob wir verkatert große Lust haben, die Laufschuhe anzuschnallen oder gesund zu essen (Fast Food saugt einfach viel besser auf). Wir kennen alle solche Vorwände, um etwas nicht zu tun.

Darum habe ich keine „Vorsätze Neujahr 2017“-Liste, sondern wünsche mir, dass ich weiterhin mutig bin, Veränderung zuzulassen. Ich möchte neugierig sein und weiterhin viele neue Dinge ausprobieren, statt meinem üblichen Trott zu folgen. Ich liebe es, dass ich manchmal meine „5 Minuten“ habe und dass es Menschen gibt, die das auch gut finden. Ein Hoch auf die Albernheit, die Alina auch anspricht! Gönnt sie euch. Gönnt euch noch viel mehr. Genießt den Moment und den Tag, denn das Leben geht viel zu schnell vorbei und keiner weiß, was morgen ist. Und bezüglich der Monster wünsche ich euch und uns, dass wir lernen mit ihnen umzugehen, statt gegen sie zu kämpfen. Gar nicht so leicht, doch zum Glück gibt es Alinas kleine Helfer, die uns immer wieder unterstützen, unseren Kurs zu halten.

In diesem Sinne: Bring it on. Always be awesome.

 

Habt ihr Vorsätze und wie findet ihr Alina?

Das vierundachtzigste Problem – und seine Lösung

Mensch hält Papier mit unzufriedenem Smiley vors Gesicht - Das vierundachtzigste Problem

Frage jemanden nach dem Befinden und ich wette, dass es nicht lange dauert, bis du die ersten Klagen hörst. Manchmal ertappe ich mich selbst, wenn ich im Jammer-Modus bin. Dann gehe ich mir meist auch selbst auf die Nerven. Auf Reisen habe ich schon oft gehört, dass wir Deutschen den Ruf haben, viel zu nörgeln und mit einem romanartigen Monolog auf ein „How are you?“ antworten. Ob ein „Fine thanks – and you?“ allerdings immer besser oder authentischer ist, wage ich auch zu bezweifeln.

Das vierundachtzigste Problem – die Geschichte

Doch was haben wir von diesen ganzen Problemen? In jedem Fall beschäftigen sie uns sehr viel. Dabei legen wir unseren Fokus sehr unterschiedlich. Mal ist es die Partnerschaft, dann der Job und manchmal auch einfach die Langeweile. Rapper Jay-Z hat unseren Problem-orientieren Lebensstil in seinem Song „99 Problems“ aufgegriffen.
Wenn ich heute in meinen Jammer-Modus verfalle, versuche ich mich an einen Dialog zwischen einem armen Bauern und Buddha zu erinnern:*

Der Bauer wandte sich verzweifelt an Buddha und berichtete von seinem Leid. Er hatte Schwierigkeiten in der Landwirtschaft, mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern und erhoffte sich Buddhas Hilfe. „Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen“ antwortete Buddha. Der Bauer schimpfte und Buddha erwiderte: „Weißt du, alle Menschen haben dreiundachtzig Probleme. Das ist die traurige Wahrheit. Einige verschwinden ab und zu, aber es dauert nicht lang, bis sich dafür andere einstellen. Wir haben also immer dreiundachtzig Probleme.“ Verärgert stieß der Bauer hervor: „Wozu ist die Lehre dann gut?“

Buddha antwortete: „Meine Lehre bietet keine Hilfe bei den dreiundachtzig Problemen, aber sie kann vielleicht beim vierundachtzigsten Problem helfen.

Das vierundachtzigste Problem ist, dass wir keine Probleme haben wollen.“

Tja, da ist was dran. Als ich diese Geschichte zum ersten Mal in dem Buch „Zen sein – Zen leben“ von Ezra Bayda** las, hatte ich einen kleinen Aha-Effekt. Ich fühlte mich ertappt.

Das vierundachtzigste Problem – die Erkenntnis

Ich möchte keine Angst haben, dass die Pläne meiner Selbstständigkeit vielleicht nicht aufgehen könnten. Krank sein möchte ich schon gar nicht, vor allem wenn ich es bin. Ich möchte nicht verlassen werden und ich möchte keinen nervigen Chef oder Kollegen. Ach ja, am liebsten hätte ich Harmonie und keine Probleme. Die gilt es zu vermeiden. Da ist es, das böse Konzept: Vermeidung. Wenn es keine Vermeidung ist, dann zumindest Widerstand. Wir wehren uns dagegen, uns mit unserem Leben so zu konfrontieren, wie es ist, denn das bedeutet, unsere Vorstellungen darüber aufzugeben, wie unser Leben sein sollte. Das geht natürlich nicht, denn das könnte bedeuten, dass wir unsere Kontrolle aufgeben müssen. Das macht Angst, Angst Bekanntes aufzugeben (selbst wenn es uns unglücklich macht). Also Widerstand!

Das vierundachtzigste Problem – der Widerstand

Mit Widerstand verfestigen wir unsere Probleme allerdings meist. Wir geben ihnen Macht über uns. Die Angst treibt uns weiter in die Vermeidung. Wir vergeuden extrem viel Energie, doch das fällt uns selten auf. Oft bemerken wir auch nicht, wie sehr wir in unseren Ängsten und Mustern gefangen sind. Manchmal ertappe ich mich, wenn ich in meinen Verlustängsten gefangen bin: Ich erwarte, dass jemand sich meldet und wenn dies ausbleibt, geht der Gedankenkreisel an. Also Ablenkung: Raus aus der Situation und Handy weg. Puh, gar nicht so leicht. Häufig gelingt es mir noch nicht.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass du bewusst an deinem Leid festhalten möchtest.

Diesen Satz finde ich sehr spannend und leider manchmal zutreffend (denn es macht mich ja unglücklich und das will ich ja nicht => Das vierundachtzigste Problem).

Raum mit vielen Türen - Das vierundachzigste Problem

Den Widerstand überwinden

Schnell ergibt sich jetzt die Frage nach dem „Warum“. Doch ist diese Frage hilfreich? Selten – zumindest für mich. Ich spüre vielmehr, dass beim Thema Festhalten und Widerstand ein anderes – mir eher unangenehmes – Konzept aufkommt: Loslassen. Sagen wir es einmal so: Wenn das gerade angesprochene Ablenken schwierig ist, erscheint mir Loslassen nahezu unmöglich. Doch machen wir nicht den zweiten vor dem ersten Schritt.

Der erste Schritt um den Widerstand zu überwinden ist ihn wahrzunehmen und zu beobachten, ohne zu bewerten. In dem Augenblick, in dem ich meine schlotternden Knie oder die schwitzigen Hände wahrnehme, und versuche zu benennen und zu beschreiben, bin ich nicht mehr so sehr in meiner Emotion gefangen.

Im zweiten Schritt geht es darum, den aktuellen Zustand zu akzeptieren. Ich weiß, dass meine Verlustängste übertrieben sind und das es nicht hilft zu schauen, wie oft jemand online war und mir trotzdem nicht geschrieben hat (wie dreist, immerhin bin ich der Nabel der Welt). Doch ich weiß auch, dass ich aktuell nicht so weit bin, es zu unterlassen, obwohl ich schon eine Weile übe.

Das ist okay!

Es ist vollkommen in Ordnung und logisch, dass Verhaltensmuster sich nicht von heut auf morgen ändern, wenngleich wir das gern hätten. Zu akzeptieren, dass ich Verlustängste habe (die ich nicht haben will) und zu akzeptieren, dass ich meinem Anspruch, diese im Affenzahn zu überwinden, nicht gerecht werde, ist nicht leicht. Doch auch hier ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Darum ist mein Schlüssel üben, üben, üben.

Zur Erinnerung:

Das heißt nicht, dass ich durch Übung anstrebe, keine Probleme mehr zu haben. Vielmehr geht es darum, zu verstehen, dass der Wunsch nach Problemfreiheit unsere Probleme verstärkt. Mein Credo ist daher: damit umgehen statt dagegen angehen.

 

Was meint ihr? Ist das vierundachtzigste Problem vielleicht auch sinnvoll? Wollt ihr festhalten oder loslassen? Was sind eure Widerstände und wie geht ihr mit ihnen um?

 

 

*Aus: BAYDA, EZRA (2003): „Zen sein – Zen leben“. München: Goldmann (S.60f)
Erhältlich bei Amazon.de**

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„Lauf Baby Lauf“ – Gib alles, nur nicht auf! Tay Schmedtmann

Du hast seit Wochen nicht mehr richtig laut gelacht

Eine Zeile, die mich gestern Abend kurz innehalten lies. Wann hast du das letzte Mal so richtig laut und herzlich gelacht? Ich bin ein fröhlicher Mensch und ich liebe es, hin und wieder albern zu sein. In unserer Familie haben Lachflashs quasi Tradition. So richtig Tränen zu lachen, ist doch etwas Wundervolles. Das letzte Mal ist viel zu lange her. Gestern bin ich auch noch darauf hingewiesen worden, dass meine Mundwinkel sich bereits leicht nach unten biegen.

Mach nicht immer deinen Merkel-Mund!

Oha, ich und ein umgedrehtes Lachen, das passt doch gar nicht! Doch es stimmt. In den letzten Monaten, vielleicht Jahren habe ich zunehmend weniger gelacht. Es war irgendwie eine anstrengende Zeit.

„Lauf Baby Lauf“ – Tay Schmedtmann

Umso mehr trifft der Gewinnertitel von „The Voice of Germany“ gestern für mich ins Schwarze. Jaja, viele von euch werden jetzt die Augen verdrehen. Doch ich schaue manchmal gern in das Format, zumal es mir noch authentischer und qualitativ besser erscheint als die meisten anderen Castingshows (man munkelt, dass einige Kandidaten eingekauft wurden, um die Qualität zu gewährleisten). Der Song „Lauf Baby Lauf“ vom Gewinner Tay Schmedtmann gefällt mir sehr:

Zwei Dinge finde ich bemerkenswert. Zum einen mag ich, dass Tay eine sehr breite, kraftvolle und sympathisch warme Stimme und zum anderen finde ich die Message sehr schön. Ob Entrepreneur Spirit, freundschaftlicher Rat oder als Künstler:

Du musst nur einmal mehr aufstehen, als du fällst.

Es gab natürlich noch andere gute Stimmen bei „The Voice of Germany 2016“ und Tay war für mich auch nicht immer der Beste, doch gestern hat er für mich zu recht gewonnen und ich fand seine Reaktion auf den Sieg und die Performance danach sehr sympathisch.


Tays Gewinnerperformance mit „Lauf, Baby, Lauf… von TVOG

Mit „Lauf Baby Lauf“ erfindet Tay Schmedtmann das Rad zwar nicht neu, aber er verkörpert eine zeitlose Botschaft auf authentische Weise. Alles zu geben, nur nicht aufgeben ist manchmal gar nicht so einfach. Doch die Gewissheit, dass es eigentlich immer mindestens einen Menschen gibt, der an dich glaubt, ist ein schöner Trost.
Wenn du also gerade eine schwere Zeit hast, gib alles, nur nicht auf!

Weitere Kandidaten bei The Voice 2016

Seinen direkten Kontrahenten, Robin Resch, finde ich stimmlich zwar auch gut und als Person auch sympathisch, allerdings fand ich seinen Song „Disneyland“ eher langweilig. Vielleicht ist die Disneyland-Zielgruppe auch etwas jünger als ich. Ich verbuche die Message eher unter:

Dat Leben is kein Ponyhof!

Deutlich tiefgründiger finde ich den Song des zuvor ausgeschiedenen (3./4. Platz) Boris Alexander Stein: Losgelöst.

Spannender Kandidat, der zeigt, dass der erste Eindruck täuschen kann. Obwohl Boris eher der Shouter war, hat er sich bei The Voice von seiner weichen Seite gezeigt und häufig leise Töne angeschlagen. Persönlich finde ich es immer sehr faszinierend und angenehm, wenn Menschen sich von verschiedenen Seiten zeigen und auch ihre Verletzlichkeit preisgeben.

Interessant fand ich auch die Geschichte von Stas Schurins: Er hatte bereits in der Ukraine großen Erfolg als Sänger und sollte 2014 zum Eurovision Song Contest. Doch dann kam der Krieg und er verlor alles. The Voice 2016 war seine „letzte Chance“. Das fand ich zwar etwas dramatisch dargestellt, doch er schien immer wieder auch etwas schüchtern, und als er im Halbfinale einen meiner Lieblingssongs sang, war ich sehr beeindruckt. Stas war technisch immer sehr sauber, doch bei „Skyscraper“ konnte ich ihn auch fühlen.


Stas Schurins: „Skyscraper“ | The Voice of… von TVOG

The Voice of Germany 2016 war für mich eine Staffel mit sehr vielfältigen und unterschiedlichen Kandidaten und einigen sehr guten Stimmen. Wenngleich auch in diesem Format immer mehr inszeniert wird (speziell die Sticheleien unter den Coaches), so finde ich die Qualität immer noch ziemlich gut und habe die Staffel gern verfolgt.