Kategorie: Stimulanzien

Emotionale Hygiene – TED Talk von Guy Winch

Depression – ach komm, das ist doch alles nur in deinem Kopf.

Wenn ich mich verletze, behandele ich die Wunde – das ist genauso klar wie die Tatsache, dass wir mindestens zweimal am Tag unsere Zähne putzen müssen, damit sie gesund bleiben. Doch was ist eigentlich mit emotionaler Gesundheit? Diese Frage wirft Guy Winch in seinem TED Talk zum Thema „Emotionale Hygiene“ auf:

Warum kümmern wir uns mehr um die physische Gesundheit als um die psychische?

Psychische Verletzungen wie Zurückweisung, Misserfolg oder Einsamkeit kommen viel häufiger vor als physische.

Guy Winch erklärt fachlich und persönlich (mit Anekdoten über ihn und seinen Zwillingsbruder), wieso emotionale Hygiene wichtig ist.

Key Points des TED Talks „Emotionale Hygiene“

Hier noch einmal die benannten psychischen Verletzungen und mögliche Umgehensweisen:

Einsamkeit

Sie reißt eine tiefe psychische Wunde. Einsamkeit verzerrt unsere Wahrnehmung und verwirrt unser Denken. Sie lässt uns glauben, dass unsere Mitmenschen sich weniger um uns sorgen, als sie wirklich tun. Wir fürchten uns, auf andere zuzugehen, weil wir auf Zurückweisung und Herzschmerz eingestellt sind, während das Herz schon mehr schmerzt, als wir ertragen können.

Einsamkeit ist eine subjektive Empfindung. Chronische Einsamkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit eines früheren Todes um 14% und hat negative Auswirkungen auf den Blutdruck, Cholesterinspiegel und das Immunsystem.

Misserfolg

Gefühle und Glaubenssätze haben einen signifikant negativen Effekt auf die Erfolgswahrscheinlichkeit. Wer glaubt, etwas nicht zu können, wird wahrscheinlich scheitern.

Zurückweisung / Ablehnung

Nach Zurückweisung sind wir meist groß darin, uns unserer Schwächen und Fehler bewusst zu werden – schlimmer noch, sie zu fokussieren. Eigentlich eine unlogische Reaktion, da unser Selbstwert bereits verletzt ist – warum wollen wir ihn noch weiter zerstören? Eine physische Wunde würden wir schließlich auch nicht verschlimmern wollen.

Screenshot: Emotionale Hygiene - TED Talk Guy Winch

Schütze dein Selbstwertgefühl

Denk daran, dass unser Verstand sich nur schwer beeinflussen lässt sobald wir von etwas überzeugt sind. Darum: Bekämpfe das Gefühl der Hilflosigkeit und durchbreche die Negativspirale, bevor sie sich verselbstständigt.

Behandle dich selbst so, wie du einen guten Freund in so einer Situation behandeln würdest.

Grübeln

Grübeln ist eine kostspielige Angewohnheit, die schnell zum Zwang und dann zu psychischen und physischen Krankheiten führen kann.

Eine zweiminütige Ablenkung kann genug sein, um den Grübelzwang zu unterdrücken.

Meine Gedanken zum TED Talk „Emotionale Hygiene“

Dieser Talk wurde mir an einem Tag empfohlen, an dem ich in einer Negativspirale steckte. Schon öfter wurde mir gesagt, dass ich scheinbar ganz „gerne“ grüble oder gar leide. Reflektiere ich mich und meine Verhaltensmuster in einer ruhigen Minute, merke ich selbst, dass ich mich manchmal von meinen negativen gefangen nehmen lasse. In der Tat beleuchte ich in nach Zurückweisungen häufig meine Schwächen und Fehler und verschlimmere meinen Zustand dadurch nur. Für mich selbst habe ich mittlerweile herausgefunden, dass ich dieses Handlungsmuster vor allem in zwischenmenschlichen (Liebes-) Beziehungen anwende. In anderen Kontexten reagiere ich (zum Glück) anders.

Nachdenken vs. Grübeln

Dieses Grübeln beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Doch denke ich (hilfreich) darüber nach oder grüble ich über das Grübeln. Ich weiß es nicht – noch nicht. Vor knapp zwei Jahren empfiehl mir eine Freundin, mit der ich Psychologie studiert habe, das Buch eines Dozenten unseres Fachbereichs: „Grübeln: Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst.“*
Tobias Teismann ist Experte der Depressionsforschung und erklärt im Buch, wie sich Nachdenken von Grübeln unterscheidet und gibt Möglichkeiten, das depressive Grübeln zu überwinden – auch hilfreich, wenn man sich nicht „depressiv“ fühlt.

Ablenkung – der Skills-Koffer

Sowohl Guy Winch als auch Tobias Teismann benennen die Strategie des Ablenkens. Im Buch werden ergänzende Methoden wie die Aufmerksamkeitslenkung und der Grübelaufschub beschrieben. Schön finde ich, dass es zudem ein Kapitel „Hilft das alles?“ gibt, in dem Skeptiker Raum gegeben wird.

Persönlich habe ich im Rahmen meiner psychologischen Praxiserfahrung ein Skills Training begleitet. Hierbei geht es darum, mit schwierigen ggf. impulsiven emotionalen Situationen und Zuständen umzugehen. Das Skills Training richtet sich vor allem an Menschen mit Schwierigkeiten der Emotionsregulation, doch ich finde es im Grunde für jeden hilfreich. Die Essenz ist, heftigen emotionalen Zuständen mit starken äußeren Reizen zu begegnen, die nicht schädigend sind. Beispiele sind Chilischoten, Kühlpacks, Wärmekissen, Knete und Stressbälle sein. Das Training werde ich an anderer Stelle noch umfassender beschreiben.

 

Was hältst du vom Konzept „emotionale Hygiene“?
Wie gehst du mit heftigen emotionalen Situationen um?

 

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New South Wales – Australien entdecken [Werbung]

Australien hat mich schon immer fasziniert: Tolle Landschaften, entspannte Menschen und exotische Tiere sind nur die ersten drei Assoziationen, die ich habe. Während für Schüler weiterführender Schulen meist Amerika das Land der Träume ist, liegt Australien weit oben, wenn es um Backpacking und Work and Travel (vor, zwischen oder nach dem Studium) geht. Auch für Reisende mit mehr Budget ist Australien ein beliebtes Ziel.

There is nothing like Australia.

Lese ich Reiseführer oder Reiseblogs über Australien, verstehe ich sofort, warum viele Menschen von Down Under schwärmen, obwohl ich selbst nie dort gewesen bin. Auch Tourism Australia macht mir Lust auf ein australisches Abenteuer:

Australien, ein Ort, den man fühlt – das glaube ich gern. Videos, Fotos und Reiseberichte sind zwar schön und gut, doch ich glaube, richtig überwältigend ist es erst vor Ort.

New South Wales – Australiens Südwesten

Meine Geografiekenntnisse halten sich in Grenzen und so wunderte es mich nicht, dass ich mit „New South Wales Australien“ nichts anfangen konnte. Es ist die ein Bundesstaat im Südosten Australiens mit Sydney als Hauptstadt. Übrigens ist Sydney nicht die Hauptstadt von Australien, obwohl dort die meisten Einwohner sind. Die australische Hauptstadt ist Canberra. Sie liegt wiederum in New South Wales, wobei sie 1911 mit ihrem umschließenden „Australian Capital Territory“ ausgegliedert wurde. Kleiner Fun Fact am Rande: Canberra wurde 1908 als Kompromisslösung zur Hauptstadt, da die Rivalität zwischen den Hauptstadtanwärtern Sydney und Melbourne zu groß wurde.

New South Wales - Australia

Sydney als beliebtes Reiseziel von New South Wales

Wenn ich an Sydney denke, kommt mir sofort ein Bild vom Ufer der Sydney Opera House. Doch neben dem Wahrzeichen hat die Stadt noch weitere Highlights zu bieten: die beeindruckenden Stahlbögen der Harbour Bridge, der weiße Sand und die Wellen von Bondi Beach. wobei Manly Beach ein tolles Erlebnis ist (angefangen bei der Fähre bis hin zu der Möglichkeit Buckelwale entlang des Manly Trails zu entdecken). Bei schlechtem Wetter – wobei die Temperaturen maximal ‚gemäßigt‘ sein dürften – kann ein Abstecher ins Australian und ins Australian National Maritime Museum lohnen. Im Royal Botanic Garden und im Chinese Garden of Friendship könnt ihr zwischen Sightseeing und Shopping etwas entspannen. Kulinarisch locken z.B. der Sydney Fish Market und Chinatown (hier sind die Paddy’s Markets at Haymarket ein Insider Tipp für exotische Früchte und allgemeines Tüdelüt).

Highlights in New South Wales außerhalb von Sydney

Etwa zwei Auto- bzw. Zugstunden westlich von Sydney sind die Blue Mountains, ein UNESCO Weltnaturerbe. Hier müsst ihr euch allerdings auf viele Stufen und Klippen gefasst machen. Im Byron Bay, dem östlichsten Zipfel des australischen Festlands, geht es sehr viel entspannter zu. Hier gibt es wunderschöne Strände, Regenwald, viele Wassersportangebote und mit Glück sieht man dort auch Buckelwale. Weinliebhaber sollten einen Abstecher ins Hunter Village machen: Etwa zwei Autostunden nördlich von Sydney gibt es ausgezeichnete Weine, Kochkurse bei denen Nudeln hergestellt werden und die Möglichkeit zur Heißluftballonfahrt.
Tierliebhabern wird das Tierkrankenhaus von Port Macquarie. Es ist auf die Behandlung und Pflege verletzter Koalas spezialisiert. Der Eintritt ist frei, mit einer Spende könnt ihr allerdings die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer unterstützen. Auf den Arm nehmen könnt ich die flauschigen Patienten allerdings nicht.

Hunters Village - New South Wales - Australia

Günstig fliegen mit Etihad Airways

Nach Sydney reist man etwa 24 Stunden von Deutschland. Wenn ich so viel Zeit im Flugzeug verbringe, freue ich mich über jeden Luxus, den ich bekommen kann. Etihad Airways bietet eine ganze Menge: Neben schnellen Verbindungen, besticht die Airline mit fünf Sternen – nur wenige Airlines wurden von Skytax mit fünf Sternen bewertet. Wie im Video angesprochen gibt es Flüge ab 899€. Wer auf etwas Komfort verzichten kann und mit wenig Gepäck reist, kann in der Economy Saver Kategorie sogar auf ca. 633€ kommen (individuelle Buchungsabfrage Frankfurt Main Flughafen nach Sydney am 25.02.2017 – am 18.02.2017 abgefragt).

 

Allgemeiner Hinweis

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Tourism Australia und soll die Kampagne „Destination New South Wales und Etihad Airways“ vorstellen und bewerben. Es handelt sich folglich um Werbung. Der Text ist von mir und spiegelt meine persönliche Meinung, externe Links haben selbstverständlich das NOFOLLOW Attribut. Die Bildrechte liegen bei Tourism Australia.

Neujahr 2017 – Was ich uns für 2017 wünsche

Ich hasse diese vielen schlechten Cliparts und Videos, die zur Weihnachtszeit und zum neuen Jahr im Netz kursieren und via Messenger verbreitet werden. Es gibt nicht viel, bei dem ich das Wort hassen verwende, aber diese Medien finde ich ganz abscheulich. Platte Wünsche und hässliche Grafiken, das muss doch nicht sein. Dann lieber eine nette Geste von Herzen und bestenfalls persönlich und nicht digital. Wenn liebe Menschen weit entfernt sind, kann eine digitale Geste allerdings auch schön sein. Als ich heute von einer Freundin ein Video zum Thema Neujahr 2017 geschickt bekam, entschied ich mich dazu, es anzuschauen, weil ich wusste, dass sie diese platten Clips auch nicht mag.

Neujahr 2017 – Was ich dir für 2017 wünsche

Schön gemacht und ein paar tolle Botschaften. Überraschend war für mich, dass es von dem Radiosender DASDING kam. Auch die Kolumne „Alina – Die Liebe und der Sex“ finde ich sehr vielversprechend. Da ich Liebe zum Detail sehr schätze, freue ich mich über die Stop-Motion Machart. Alina habe ich auch direkt abonniert. Falls ihr auch Lust auf mehr habt, folgt ihr auf Instagram, Facebook und/oder YouTube.

Was ich euch für 2017 wünsche… #gutenrutsch #2017 #wishes #scrabble #liebe #sex #schmetterlinge #gänsehaut #herz #friends

Ein von Alina – die Liebe & der Sex (@alinadieliebeunddersex) gepostetes Foto am

Neujahr 2017 – was ich euch wünsche

Ergänzend zu Alinas Video wünsche ich euch Neugierde, Offenheit und ein großes Herz mit viel Geduld – für euch und für andere. Immer öfter bemerke ich, wie hart wir oft mit uns und als Resultat auch mit unserem Umfeld sind. Die Zeiten sind stressen, vor allem im Berufsleben und sooo Vieles könnte doch eigentlich immer noch besser sein. Wenn dir das bekannt vorkommt, schau mal in meinen Post über das vierundachtzigste Problem.

Neujahrsvorsätze finde ich übrigens nicht so hilfreich. Wenn du etwas in deinem Leben ändern möchtest, dann tu es jetzt – nicht zu einem „magischen“ Datum. Vor allem, wenn es um gesundheitliche Veränderungen wie mehr Sport treiben oder gesunder essen geht, finde ich es nicht besonders realistisch, das neue Jahr als Start zu nehmen. Seien wir mal ehrlich, als ob wir verkatert große Lust haben, die Laufschuhe anzuschnallen oder gesund zu essen (Fast Food saugt einfach viel besser auf). Wir kennen alle solche Vorwände, um etwas nicht zu tun.

Darum habe ich keine „Vorsätze Neujahr 2017“-Liste, sondern wünsche mir, dass ich weiterhin mutig bin, Veränderung zuzulassen. Ich möchte neugierig sein und weiterhin viele neue Dinge ausprobieren, statt meinem üblichen Trott zu folgen. Ich liebe es, dass ich manchmal meine „5 Minuten“ habe und dass es Menschen gibt, die das auch gut finden. Ein Hoch auf die Albernheit, die Alina auch anspricht! Gönnt sie euch. Gönnt euch noch viel mehr. Genießt den Moment und den Tag, denn das Leben geht viel zu schnell vorbei und keiner weiß, was morgen ist. Und bezüglich der Monster wünsche ich euch und uns, dass wir lernen mit ihnen umzugehen, statt gegen sie zu kämpfen. Gar nicht so leicht, doch zum Glück gibt es Alinas kleine Helfer, die uns immer wieder unterstützen, unseren Kurs zu halten.

In diesem Sinne: Bring it on. Always be awesome.

 

Habt ihr Vorsätze und wie findet ihr Alina?

Das vierundachtzigste Problem – und seine Lösung

Mensch hält Papier mit unzufriedenem Smiley vors Gesicht - Das vierundachtzigste Problem

Frage jemanden nach dem Befinden und ich wette, dass es nicht lange dauert, bis du die ersten Klagen hörst. Manchmal ertappe ich mich selbst, wenn ich im Jammer-Modus bin. Dann gehe ich mir meist auch selbst auf die Nerven. Auf Reisen habe ich schon oft gehört, dass wir Deutschen den Ruf haben, viel zu nörgeln und mit einem romanartigen Monolog auf ein „How are you?“ antworten. Ob ein „Fine thanks – and you?“ allerdings immer besser oder authentischer ist, wage ich auch zu bezweifeln.

Das vierundachtzigste Problem – die Geschichte

Doch was haben wir von diesen ganzen Problemen? In jedem Fall beschäftigen sie uns sehr viel. Dabei legen wir unseren Fokus sehr unterschiedlich. Mal ist es die Partnerschaft, dann der Job und manchmal auch einfach die Langeweile. Rapper Jay-Z hat unseren Problem-orientieren Lebensstil in seinem Song „99 Problems“ aufgegriffen.
Wenn ich heute in meinen Jammer-Modus verfalle, versuche ich mich an einen Dialog zwischen einem armen Bauern und Buddha zu erinnern:*

Der Bauer wandte sich verzweifelt an Buddha und berichtete von seinem Leid. Er hatte Schwierigkeiten in der Landwirtschaft, mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern und erhoffte sich Buddhas Hilfe. „Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen“ antwortete Buddha. Der Bauer schimpfte und Buddha erwiderte: „Weißt du, alle Menschen haben dreiundachtzig Probleme. Das ist die traurige Wahrheit. Einige verschwinden ab und zu, aber es dauert nicht lang, bis sich dafür andere einstellen. Wir haben also immer dreiundachtzig Probleme.“ Verärgert stieß der Bauer hervor: „Wozu ist die Lehre dann gut?“

Buddha antwortete: „Meine Lehre bietet keine Hilfe bei den dreiundachtzig Problemen, aber sie kann vielleicht beim vierundachtzigsten Problem helfen.

Das vierundachtzigste Problem ist, dass wir keine Probleme haben wollen.“

Tja, da ist was dran. Als ich diese Geschichte zum ersten Mal in dem Buch „Zen sein – Zen leben“ von Ezra Bayda** las, hatte ich einen kleinen Aha-Effekt. Ich fühlte mich ertappt.

Das vierundachtzigste Problem – die Erkenntnis

Ich möchte keine Angst haben, dass die Pläne meiner Selbstständigkeit vielleicht nicht aufgehen könnten. Krank sein möchte ich schon gar nicht, vor allem wenn ich es bin. Ich möchte nicht verlassen werden und ich möchte keinen nervigen Chef oder Kollegen. Ach ja, am liebsten hätte ich Harmonie und keine Probleme. Die gilt es zu vermeiden. Da ist es, das böse Konzept: Vermeidung. Wenn es keine Vermeidung ist, dann zumindest Widerstand. Wir wehren uns dagegen, uns mit unserem Leben so zu konfrontieren, wie es ist, denn das bedeutet, unsere Vorstellungen darüber aufzugeben, wie unser Leben sein sollte. Das geht natürlich nicht, denn das könnte bedeuten, dass wir unsere Kontrolle aufgeben müssen. Das macht Angst, Angst Bekanntes aufzugeben (selbst wenn es uns unglücklich macht). Also Widerstand!

Das vierundachtzigste Problem – der Widerstand

Mit Widerstand verfestigen wir unsere Probleme allerdings meist. Wir geben ihnen Macht über uns. Die Angst treibt uns weiter in die Vermeidung. Wir vergeuden extrem viel Energie, doch das fällt uns selten auf. Oft bemerken wir auch nicht, wie sehr wir in unseren Ängsten und Mustern gefangen sind. Manchmal ertappe ich mich, wenn ich in meinen Verlustängsten gefangen bin: Ich erwarte, dass jemand sich meldet und wenn dies ausbleibt, geht der Gedankenkreisel an. Also Ablenkung: Raus aus der Situation und Handy weg. Puh, gar nicht so leicht. Häufig gelingt es mir noch nicht.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass du bewusst an deinem Leid festhalten möchtest.

Diesen Satz finde ich sehr spannend und leider manchmal zutreffend (denn es macht mich ja unglücklich und das will ich ja nicht => Das vierundachtzigste Problem).

Raum mit vielen Türen - Das vierundachzigste Problem

Den Widerstand überwinden

Schnell ergibt sich jetzt die Frage nach dem „Warum“. Doch ist diese Frage hilfreich? Selten – zumindest für mich. Ich spüre vielmehr, dass beim Thema Festhalten und Widerstand ein anderes – mir eher unangenehmes – Konzept aufkommt: Loslassen. Sagen wir es einmal so: Wenn das gerade angesprochene Ablenken schwierig ist, erscheint mir Loslassen nahezu unmöglich. Doch machen wir nicht den zweiten vor dem ersten Schritt.

Der erste Schritt um den Widerstand zu überwinden ist ihn wahrzunehmen und zu beobachten, ohne zu bewerten. In dem Augenblick, in dem ich meine schlotternden Knie oder die schwitzigen Hände wahrnehme, und versuche zu benennen und zu beschreiben, bin ich nicht mehr so sehr in meiner Emotion gefangen.

Im zweiten Schritt geht es darum, den aktuellen Zustand zu akzeptieren. Ich weiß, dass meine Verlustängste übertrieben sind und das es nicht hilft zu schauen, wie oft jemand online war und mir trotzdem nicht geschrieben hat (wie dreist, immerhin bin ich der Nabel der Welt). Doch ich weiß auch, dass ich aktuell nicht so weit bin, es zu unterlassen, obwohl ich schon eine Weile übe.

Das ist okay!

Es ist vollkommen in Ordnung und logisch, dass Verhaltensmuster sich nicht von heut auf morgen ändern, wenngleich wir das gern hätten. Zu akzeptieren, dass ich Verlustängste habe (die ich nicht haben will) und zu akzeptieren, dass ich meinem Anspruch, diese im Affenzahn zu überwinden, nicht gerecht werde, ist nicht leicht. Doch auch hier ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Darum ist mein Schlüssel üben, üben, üben.

Zur Erinnerung:

Das heißt nicht, dass ich durch Übung anstrebe, keine Probleme mehr zu haben. Vielmehr geht es darum, zu verstehen, dass der Wunsch nach Problemfreiheit unsere Probleme verstärkt. Mein Credo ist daher: damit umgehen statt dagegen angehen.

 

Was meint ihr? Ist das vierundachtzigste Problem vielleicht auch sinnvoll? Wollt ihr festhalten oder loslassen? Was sind eure Widerstände und wie geht ihr mit ihnen um?

 

 

*Aus: BAYDA, EZRA (2003): „Zen sein – Zen leben“. München: Goldmann (S.60f)
Erhältlich bei Amazon.de**

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„Lauf Baby Lauf“ – Gib alles, nur nicht auf! Tay Schmedtmann

Du hast seit Wochen nicht mehr richtig laut gelacht

Eine Zeile, die mich gestern Abend kurz innehalten lies. Wann hast du das letzte Mal so richtig laut und herzlich gelacht? Ich bin ein fröhlicher Mensch und ich liebe es, hin und wieder albern zu sein. In unserer Familie haben Lachflashs quasi Tradition. So richtig Tränen zu lachen, ist doch etwas Wundervolles. Das letzte Mal ist viel zu lange her. Gestern bin ich auch noch darauf hingewiesen worden, dass meine Mundwinkel sich bereits leicht nach unten biegen.

Mach nicht immer deinen Merkel-Mund!

Oha, ich und ein umgedrehtes Lachen, das passt doch gar nicht! Doch es stimmt. In den letzten Monaten, vielleicht Jahren habe ich zunehmend weniger gelacht. Es war irgendwie eine anstrengende Zeit.

„Lauf Baby Lauf“ – Tay Schmedtmann

Umso mehr trifft der Gewinnertitel von „The Voice of Germany“ gestern für mich ins Schwarze. Jaja, viele von euch werden jetzt die Augen verdrehen. Doch ich schaue manchmal gern in das Format, zumal es mir noch authentischer und qualitativ besser erscheint als die meisten anderen Castingshows (man munkelt, dass einige Kandidaten eingekauft wurden, um die Qualität zu gewährleisten). Der Song „Lauf Baby Lauf“ vom Gewinner Tay Schmedtmann gefällt mir sehr:

Zwei Dinge finde ich bemerkenswert. Zum einen mag ich, dass Tay eine sehr breite, kraftvolle und sympathisch warme Stimme und zum anderen finde ich die Message sehr schön. Ob Entrepreneur Spirit, freundschaftlicher Rat oder als Künstler:

Du musst nur einmal mehr aufstehen, als du fällst.

Es gab natürlich noch andere gute Stimmen bei „The Voice of Germany 2016“ und Tay war für mich auch nicht immer der Beste, doch gestern hat er für mich zu recht gewonnen und ich fand seine Reaktion auf den Sieg und die Performance danach sehr sympathisch.


Tays Gewinnerperformance mit „Lauf, Baby, Lauf… von TVOG

Mit „Lauf Baby Lauf“ erfindet Tay Schmedtmann das Rad zwar nicht neu, aber er verkörpert eine zeitlose Botschaft auf authentische Weise. Alles zu geben, nur nicht aufgeben ist manchmal gar nicht so einfach. Doch die Gewissheit, dass es eigentlich immer mindestens einen Menschen gibt, der an dich glaubt, ist ein schöner Trost.
Wenn du also gerade eine schwere Zeit hast, gib alles, nur nicht auf!

Weitere Kandidaten bei The Voice 2016

Seinen direkten Kontrahenten, Robin Resch, finde ich stimmlich zwar auch gut und als Person auch sympathisch, allerdings fand ich seinen Song „Disneyland“ eher langweilig. Vielleicht ist die Disneyland-Zielgruppe auch etwas jünger als ich. Ich verbuche die Message eher unter:

Dat Leben is kein Ponyhof!

Deutlich tiefgründiger finde ich den Song des zuvor ausgeschiedenen (3./4. Platz) Boris Alexander Stein: Losgelöst.

Spannender Kandidat, der zeigt, dass der erste Eindruck täuschen kann. Obwohl Boris eher der Shouter war, hat er sich bei The Voice von seiner weichen Seite gezeigt und häufig leise Töne angeschlagen. Persönlich finde ich es immer sehr faszinierend und angenehm, wenn Menschen sich von verschiedenen Seiten zeigen und auch ihre Verletzlichkeit preisgeben.

Interessant fand ich auch die Geschichte von Stas Schurins: Er hatte bereits in der Ukraine großen Erfolg als Sänger und sollte 2014 zum Eurovision Song Contest. Doch dann kam der Krieg und er verlor alles. The Voice 2016 war seine „letzte Chance“. Das fand ich zwar etwas dramatisch dargestellt, doch er schien immer wieder auch etwas schüchtern, und als er im Halbfinale einen meiner Lieblingssongs sang, war ich sehr beeindruckt. Stas war technisch immer sehr sauber, doch bei „Skyscraper“ konnte ich ihn auch fühlen.


Stas Schurins: „Skyscraper“ | The Voice of… von TVOG

The Voice of Germany 2016 war für mich eine Staffel mit sehr vielfältigen und unterschiedlichen Kandidaten und einigen sehr guten Stimmen. Wenngleich auch in diesem Format immer mehr inszeniert wird (speziell die Sticheleien unter den Coaches), so finde ich die Qualität immer noch ziemlich gut und habe die Staffel gern verfolgt.

Alternativen zu Psychopharmaka

Schokolinsen, eine mit Smiley-Gesicht - Alternativen zu Psychopharmaka

Auch wenn es hier um Alternativen zu Psychopharmaka geht, das Wichtigste zuerst:

Solltest du aktuell auf bestimmte Medikamente eingestellt sein, setze sie unter keinen Umständen eigenmächtig ab!

Medikamente können Leben retten. Medikamente können das Leben lebenswerter machen. Medikamente können ein Segen sein. Medikamente eigenmächtig absetzen kann gefährlich sein.

Die abhängige Gesellschaft

Was mich besorgt, ist der Stellenwert, den Medikamente in unserer heutigen Gesellschaft haben. Angefangen bei Erkältungsmedikamenten und Kopfschmerztabletten über Beruhigungstropfen und Breitbandantibiotika bis hin zu Ritalin und MDMA (Ecstasy) – vieles wird häufig schnell genommen bzw. ausprobiert und/oder verschrieben. Rasche Linderung der Beschwerden ist das Ziel.

Doch was ist der Preis?

Paradoxerweise wollen wir Krankheiten manchmal unterdrücken, um funktionsfähig zu bleiben und weiterarbeiten zu können. Nicht selten in einem Job, der uns nicht einmal erfüllt. Mit ein paar Amphetaminen schaffen Mediziner auch die 24 Stunden Schicht besser, oder? Risiken und Nebenwirkungen treffen dabei u.U. nicht nur den Arzt, sondern auch den Patienten. Die Einnahme von chemischen Substanzen – ob Drogen oder Medikamente – hat häufig vor allem Langzeitfolgen, die wir zunächst nicht sehen oder nicht sehen wollen. Von den Kosten für die Umwelt möchte ich gar nicht erst anfangen.

Psychopharmaka

Als studierte Psychologin kenne ich zwar ein paar Grundlagen der Psychopharmakologie, doch da ich keinen medizinischen Hintergrund habe, ist dies nur gefährliches Halbwissen. Persönlich finde ich es etwas befremdlich, chemisch in unsere psychischen Prozesse einzugreifen. Doch auch hier kommt es für mich auf den Einzelfall an. Grundsätzlich finde ich gut, was hilft, ohne zu schaden. Es gibt allerdings auch Situationen, da entscheiden wir uns für das geringere Übel. Das gilt auch bei Medikamenten. Ob es sinnvoll ist, Psychopharmaka zu nehmen, welche am besten sind und wie lange und wie hoch dosiert dies geschehen soll, ist in meinen Augen eine Entscheidung, die bestenfalls gemeinschaftlich mit dem Arzt des Vertrauens getroffen werden sollte.

Tablettenbox mit Gummibären - Alternativen zu Psychopharmaka

Alternativen zu Psychopharmaka

Egal, ob du Psychopharmaka nimmst, genommen hast, darüber nachdenkst oder sie ablehnst, mit SMIZING möchte ich eine Plattform schaffen, die dir Alternativen zu Psychopharmaka bietet.

Warum so pathologisch? Ist dies nicht eine Unterhaltungswebseite?

Absolut, da ich jedoch einen Bezug zu psychologischen Themen herstellen möchte und Psychopharmaka als Aufhänger nutze, möchte ich sie hier auch integrieren. Zumal ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die über Alternativen zu Psychopharmaka nachdenken.

Natürlich habe ich kein Allheilmittel und auch kein Glücks-Rezept, aber ich habe einen unbändigen Drang Neues zu explorieren und möchte meine Erfahrungen teilen und diskutieren. Was ich als schön oder hilfreich empfinde, ist für andere vielleicht total furchtbar.
Alternativen zu Psychopharmaka steht für mich für alles, was uns dabei hilft, uns so gut wie möglich zu fühlen. Für manche sind das vielleicht Materielle Dinge, für andere Erlebnisse oder bestimmte Menschen oder etwas ganz anderes. Manchmal sind es Kleinigkeiten wie ein gutes Buch, ein toller Film, ein leckerer Tee oder ein liebes Wort.

Auf SMIZING findest du Anregungen, Erfahrungen und Möglichkeiten zur Unterhaltung. Schöne Dinge, manchmal auch traurige Dinge, lustige Videos, spannende Geschichten, inspirierende Menschen.

Und vielleicht, ganz vielleicht, wird es Momente geben, in denen deine Augen leuchten und dann habe ich mein Ziel erreicht.

„Ich bin genug“ – TED Talk „Verletzlichkeit“ von Brené Brown

Screenshot aus dem TED Talk Brene Brown "Ich bin genug."

 

Ich bin genug!

 

Wenn ich diesen Satz laut sagen soll, fühlt sich das manchmal komisch an. Klar weiß ich, dass ich genauso wertvoll und liebenswert bin wie andere Menschen. Ich vertrete vehement die Meinung, dass alle Menschen gleich sind und behandelt werden sollten. Und trotzdem habe ich immer wieder das Gefühl, eben nicht genug zu sein.

  • Nicht hübsch oder weiblich genug.
  • Nicht empathisch genug.
  • Nicht erfolgreich genug.
  • Nicht stark genug.

Das sind nur einige Beispiele aus meinen Gedankenkreisen um eines meiner negativen Leitbilder: „Ich bin nicht genug.“

Eines Tages stieß ich auf den TED Talk von Brené Brown zum Thema Verletzlichkeit und war sofort berührt, als ich sie sagen hörte: „Ich bin genug.“

Brené Brown, eine forschende Geschichtenerzählerin, das gefällt mir! Und ich liebe diesen Moment (6:00 Min), in dem sie berichtet, wie freudig sie eine Lösung finden wollte und alle wissen, dass es nicht gut endet. Und wie sie davon berichtet, ihrer Therapeutin erklärt zu haben, dass sie keine Familienprobleme hat, sondern nur ein paar Strategien für das Thema Verletzlichkeit brauche – herrlich! Ich mag es, wenn Menschen über sich selbst lachen können!

Auszüge und Gedanken zum „Ich bin genug“ Talk

Ich möchte die vier Eigenschaften der Menschen, die ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit haben (weil sie glauben, dass sie dessen würdig sind). Sie haben

  • COURAGE, nicht perfekt zu sein.
  • MITGEFÜHL, um liebevoll mit sich selbst und dann mit anderen umzugehen.
  • VERBINDUNG als Resultat ihrer Authentizität und indem sie von dem Bild, wer sie sein sollten, loslassen und akzeptieren können wer und wie sie sind.
  • ihre VERLETZLICHKEIT bereitwillig angenommen.

Das sind vier ganz schön heftige Themen. Mir persönlich fällt es im Allgemeinen relativ leicht, zu akzeptieren, nicht perfekt zu sein. Bemerke ich allerdings, dass ich in Bereichen, in denen ich gut sein möchte, dass ich (für mich!) nicht gut genug bin, ist es schon wieder etwas anderes. In diesem Falle fällt es mir auch oft schwer, Mitgefühl für mich selbst zu empfinden. Zu oft höre ich auch:

Du schaffst das schon. Wenn nicht du, wer dann?!

Diesen Satz finde ich selten hilfreich. Es entspricht dem Mechanismus, den Brené Brown in Bezug auf Erziehung genannt hat. Kinder müssen nicht perfekt sein und Erwachsene eben auch nicht!
Gefühlt kann ich das anderen leichter sagen (und meinen!) als mir selbst. Ich habe selbst sehr hohe Ansprüche – an mich und meistens auch an meine Umwelt. Manchmal finde ich das sehr gut, weil es mich antreibt. An anderen Tagen ist es allerdings anstrengend – für mich und für andere.

Leider ist das Streben nach Perfektion in unserer Gesellschaft schon so verankert, dass meist erst etwas passieren muss, bevor wir umdenken. Brenés „breakdown“ aka „spiritual awakening“ ist für andere ein Burnout oder der Verlust geliebter Menschen. Schöner wäre natürlich, wenn wir diese Negativerfahrungen gar nicht bräuchten, um aufzuwachen. Doch sie gehören genauso dazu wie unsere Unvollkommenheit, hängen vielleicht sogar eng zusammen. Ehrlich gesagt glaube ich auch, dass ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit selten aus einem einmaligen aha-Effekt resultiert, sondern dass wir vielmehr immer wieder neu Courage, Mitgefühl, Verbindung und Verletzlichkeit durchlaufen und dabei eben auch immer wieder fallen.

Auch das ist ok.

„Du bist nicht vollkommen und du wirst Probleme haben und du bist es wert geliebt zu werden und dich zugehörig zu fühlen.“

– Brené Brown

 

Was ist Verletzlichkeit für dich?