Gute Laune in 60 Sekunden – so geht’s

Heute ist wieder so ein Tag voller grau in grau, Regen und kühle Brise inklusive. Am liebsten will ich im Bett bleiben und gar nichts machen. Keine gute Idee, dann komme ich nur in blöde Gedankenspiralen.

Ein Trick von Vera Felicitas Birkenbihl

Für solche Momente habe ich einen ganz speziellen Stimmungsaufheller: Vera Felicitas Birkenbihl. Als Motivations- und Kommunikations-Trainerin und Autorin hielt sie viele spannende Vorträge zum Thema Glück und Selbstwirksamkeit. Einer ihrer berühmtesten Tricks ist die „gute Laune in 60 Sekunden“: Wenn man 60 Sekunden lang grinst, bekommt das Gehirn Signale, anhand derer es schlussfolgert, dass die Grinsekatze gute Laune hat. Klingt ein wenig esoterisch, ist es aber nicht.

Herrlich erfrischend dieser Vortrag! Angespornt von Frau Birkenbihls lockerer Art, versuche ich das Selbstexperiment jedes Mal, wenn ich das Video anschaue. Puh, können 60 Sekunden lang sein! Das geht ganz schön auf die Lachmuskeln. Die Variante des echten Lachens für 10 Sekunden ist mir lieber, nur ist sie in schwierigen emotionalen Situationen utopisch (es sei denn, die Situation ist so absurd, dass sie an Wahnsinn grenzt).

Ob sich meine Laune dadurch merklich verbessert, kann ich nicht genau sagen. In jedem Fall bin ich durch die Übung abgelenkt und sei es nur durch die schmerzenden Lachmuskeln.

Reaktionen aus meinem Umfeld

Wenn ich Menschen von Frau Birkenbihls Übung erzähle, sind die meisten neugierig und viele probieren zu grinsen – was ich in meiner Erzählung vormache. Bei den meisten scheitert es dann am Durchhaltevermögen bzw. am Schamgefühl. In der Öffentlichkeit möchte kaum jemand 60 Sekunden lang grinsen, außer man ist in einer Veranstaltung zum Thema oder beim Lach-Yoga. Schade eigentlich. Klar, es ist etwas aufgesetzt / künstlich und provoziert möglicherweise irritierte Blicke, doch es geht ja um positive Emotionen.

Nun gut, ich übe meist auch Zuhause. Häufig schaue ich dabei das Video, weil Frau Birkenbihls Darbietung mich zusätzlich zum Lachen bringt. Besonders gut finde ich ihren Tipp, einfach zwischendrin mal zu grinsen, wenn es keiner sieht. Wenn nur 10 Prozent der Menschen, die an roten Ampeln im Auto in der Nase bohren, stattdessen grinsen würde, wäre die Welt schon etwas glücklicher.

Der Tod sitzt immer auf deiner linken Schulter

Noch ein spannender Hinweis in Frau Birkenbihls Vortrag. Wenn es noch nicht gelingt, die Dinge leicht zu nehmen, versuch sie in Relation zu setzen. Das machen wir meist ganz automatisch, nur leider auf eine destruktive Weise: Wir vergleichen uns mit anderen, die etwas haben, das wir gerne hätten oder – noch schlimmer – wir stellen an uns selbst Ansprüche, wie wir sein sollten. Meist total überzogen und damit unrealistisch. Dann sind wir niedergeschlagen und enttäuscht.

Doch das funktioniert auch andersherum. Wenn die Familie am Wochenende zu Besuch kommt, ist das überschaubar und lässt uns ihre Marotten und Meckerei leichter ertragen, als wenn wir Wochen oder noch länger mit ihnen verbringen müssten.

Birkenbihls Gedankenspiel geht noch weiter: Stell dir vor, wie du dich verhalten würdest, wenn du wüsstest, du oder der andere hätten nicht mehr lange zu leben.
Plötzlich werden Konflikte und Ärgernisse weniger schlimm oder sogar nichtig. Ist es wert, Energie zu verwenden, um eine angespannte Situation eskalieren zu lassen? Meistens nicht und häufig macht es eine Eskalation nur schlimmer.

In diesem Sinne:

Make love, not war.
And don’t forget to sing and dance.

  • and SMILE.

 

PS: Vera Felicitas Birkenbihl war bekannt für ihre fröhliche, sympathische Art und hatte meistens einen Witz auf Lager. Leider verstarb sie 2011 im Alter von 65 Jahren an einer Lungenembolie. Bis dahin hat sich viel gegrinst.

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