Alle Artikel von Diana

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott [Filmvorstellung]

Bevor ihr mich, SMIZING und den folgenden Film bewertet, gar verurteilt, haltet einen Moment inne und lest noch ein bisschen weiter. „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ ist eine Geschichte über etwas, das uns alle verbindet: Verlust und den damit verbundenen Schmerz. William Paul Young schrieb die Geschichte ursprünglich für seine Kinder. Er wollte ihnen zu Weihnachten eine Geschichte erzählen, die zentrale emotionale Themen der Menschheit aufgreift.

Darum geht es in „Die Hütte“

Mack ist stolzer Vater von drei Kindern und hat eine bezaubernde Frau. Als er allein mit seinen Kindern zum Campen fährt, wird seine Jüngste, Missy, entführt und ermordet. Eine „große Traurigkeit“ überkommt die Familie und sie erscheint daran zu zerbrechen. Vier Jahre nach dem schlimmen Ereignis erhält Mack eine mysteriöse Nachricht – von „Gott“. Er lädt ihn ein, zurück an den Ort des Grauens zu kommen. Irritiert und neugierig zugleich folgt Mack der Einladung. Es beginnt eine Reise zu den tiefsten Tiefen seiner Persönlichkeit.

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O’Zopft is! – Zeigt her eure Haare [Werbung]

Palina mit Wiesn- O'Zopft is

Haare sind so ein leidiges Thema. Kaum eine Frau ist mit ihrer Haarpracht zufrieden: zu kurz oder lang, zu dick oder dünn, zu hell oder dunkel – irgendwas ist immer. Kurze Haare sind praktisch beim Sport, stehen aber nicht jeder Frau. Lange Haare sind aufwändig in der Pflege, dafür muss man sie nicht zwangsläufig stylen, sondern kann einen Pferdeschwanz machen. Dabei wiederum handelt es sich manchmal regelrecht um eine Kunst, Flechtkunst zum Beispiel. Weil es gar nicht so einfach ist, Haare zu flechten machen GLAMOUR & Pantene Pro-V zusammen mit Palina Rojinski jetzt einen Flecht-Wettbewerb. Die Gewinner der „O’Zopft is!“ Kampagne fliegen dann mit ihrem Oktoberfest-Zopf zur Wiesn:  Weiterlesen

Epilieren ohne Schmerzen – geht das? [Werbung]

Es ist eine dieser Fragen, die die (Frauen-) Welt beschäftigen: Epilieren ohne Schmerzen – ist das möglich? Wer –wie ich– geplagt ist von schnellem Haarwuchs und dichten, dunkeln Haaren, wünscht sich eine einfache und lang anhaltende Lösung gegen die unattraktiven Stoppel. Es sei denn, man gehört zu der aktuellen Frauen-Bewegung, die ‚wachsen lässt‘ – aus feministischen, rebellischen oder was auch immer für Gründen. Für mich ist das nichts. Vielleicht haben mich die Gesellschaft und die Medien beeinflusst, ich finde Haare an Beinen und unter den Achseln einfach nicht schön oder gar ekelig.

Das Gestrüpp muss ab – aber wie?

Im Kampf gegen meine Körperbehaarung habe ich schon viele Optionen probiert, auch das Epilieren. Doch das habe ich schnell wieder gelassen: Mir war das zu schmerzhaft. Da bin ich einfach zu empfindlich. Außerdem meinte meine Tante, deren Epiliergerät ich probieren durfte, dass es besser funktioniere, wenn die Härchen etwas länger seien.  Weiterlesen

Mandy Harvey – Gehörlose Sängerin gibt nicht auf

Ich möchte mehr mit meinem Leben anfangen, als aufzugeben.

Mandy Harvey ist 29 Jahre alt, Sängerin und kommt aus Nashville. Soweit nichts Besonderes. Was sie auszeichnet, ist ihr Wille, etwas scheinbar Unmögliches zu schaffen. Wie stark dieser Wille ist, bewies sie mit ihrem atemberaubenden Auftritt bei „America’s Got Talent“, wo sie Ukulele spielte und ihren eigenen Song „Try“ sang. Das Beeindruckende dabei: Mandy Harvey ist seit ihrem 18 Lebensjahr gehörlos. Nervenbahnen ihres Hörsinns haben sich aufgrund einer Krankheit zurückgebildet. Das Singen begann sie mit 4 Jahren. Durch ihre Gehörlosigkeit schien es unmöglich, dieser Leidenschaft weiter nachgehen zu können. Sie gab auf, zunächst. Doch der Wunsch, weiter zu singen war größer. Weiterlesen

Depression Slam – Sabrina Benaim sagt es laut

Depressionen sind eine sehr ernst zu nehmende Krankheit: Die Wahrscheinlichkeit im Leben irgendwann unter einer Depression zu leiden (= Lebenszeit-Prävalenz) liegt bei 19%. Frauen sind mit 25% deutlich häufiger betroffen als Männer mit 12% (Quelle: Robert Koch-Institut).
Das sind erstmal ’nur‘ Wahrscheinlichkeitswerte. Doch auch das Bundesgesundheitsministerium hebt hervor:

„Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Schätzungen zufolge leiden weltweit inzwischen circa 350 Millionen Menschen unter einer Depression. Bis zum Jahr 2020 werden Depressionen oder affektive Störungen laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein.“
(Quelle: Bundesgesundheitsministerium.de)

Das sind sehr viele Menschen und eine eher schlechte Prognose. Und dennoch – oder gerade deswegen – heißt es von einigen Skeptikern, dass eine Depression meist „nur vorgeschoben“ sei, zum Beispiel, um sich vor etwas zu drücken oder weil man eigentlich einen schwachen Willen habe. Man solle sich nicht so anstellen und einfach mal wieder was machen. Aufstehen.

Depression Slam – „Explaining My Depression to My Mother“

Leichter gesagt als getan. Das wissen nicht nur Menschen, die unter Depressionen leiden, sondern alle, die sich schon einmal nicht motivieren konnten, etwas zu tun, von dem sie wussten, dass es ihnen gut tun würde. Wie sich depressive Störungen anfühlen können und wie schwer es sein kann, damit umzugehen, demonstriert Sabrina Benaim in ihrer eindrucksvollen Performance (ich nenne es „Depression Slam“) „Explaining My Depression to My Mother“:

Für mich extrem authentisch und sehr berührend. Wenngleich ich bislang zum Glück nie derlei depressive Episoden erleben musste, kann ich ihren Leidensdruck nachempfinden. Sie transportiert ihre Emotionen unglaublich gut.

Meine drei Highlights des Depression Slams:

„Meine Mutter sagt: ‚Warum gehst du nicht zu richtigen Partys – um deine Freunde zu sehen?‘ Klar, ich mache Pläne. Ich plane, aber ich will gar nicht hingehen. Ich plane, weil ich weiß, dass es besser wäre, wenn ich hingehen wollen würde. Manchmal wäre ich auch gern hingegangen, aber es ist nicht so lustig Spaß zu haben, wenn du gar keinen Spaß haben willst, Mama.“

Mach doch einfach mal…

Wenn einfach nur so einfach wäre. Wie Sabrina verdeutlicht, ist es meist nicht so, dass unter Depressionen leidende Menschen nicht wissen, was klug oder hilfreich für sie wäre, sondern es hapert an der Umsetzung. Die (emotionale) Antriebslosigkeit ist Kern des Problems. Angehörige wie Sabrinas Mutter meinen es dann meist nur gut und wollen motivieren, indem sie Vorschläge machen. Doof nur, dass diese leider auch das Gegenteil bewirken können. Betroffene fühlen sich manchmal dadurch gedrängt etwas zu tun, was sie nicht wollen. Das erzeugt (Erwartungs-) Druck und der belastet – ggf. auch die Beziehung zueinander. Dennoch ist hinlänglich bekannt, dass Aktivität einer der effektivsten Wege aus der Depression ist. Daher ist es hilfreich, wenn beide Seiten miteinander kommunizieren, Rücksicht nehmen, und schauen wann was geht und wann nicht. In der Psychologie gilt: Mittelschwere Herausforderungen sind am hilfreichsten um neue Wege zu gehen. Gemeinsam einzelne Schritte planen kann helfen.

„Mama, ich bin einsam. Ich glaube, als Papa gegangen ist, lernte ich, wie man Wut in Einsamkeit verwandelt und Einsamkeit in beschäftigt sein. Und wenn ich sage, dass ich in letzter Zeit total beschäftigt war, dann meine ich damit, dass ich auf der Couch einschlief, während ich Sport im Fernsehen schaute, um zu verhindern, dass ich mich mit der leeren Seite meines Bettes konfrontiere. Doch meine Depression zerrt mich immer wieder zurück ins Bett.“

Verdrängung kann wirksam sein, aber selten nachhaltig

Unangenehme Gefühle hat niemand gern. Die wollen wir genauso schnell loswerden wie unsere Probleme – ein bekanntes und beliebtes Problem. Viele Menschen versuchen Gefühle, die sie nicht haben wollen, zu verdrängen, indem sie sich zum Beispiel davon ablenken. Kurz- und mittelfristig mag das gut funktionieren, doch in den meisten Fällen holt uns diese Art des Umgangs mit Emotionen irgendwann ein, meist gibt es dann die volle Breitseite. Wie in Brené Browns TED Talk gehört, führt eine „Betäubung“ meist dazu, dass dann alles betäubt ist, wir evtl. nichts mehr empfinden und damit auch die positiven Gefühle trüben. Die entstehende Leere ist ein typisches Symptom von Depressionen. Daher ist es so wichtig, Gefühle zuzulassen und zu akzeptieren – gerade die schlechten. Das gilt auch für depressive Phasen. Wichtig ist, sich gleichzeitig bewusst zu machen, dass unsere Gefühle nur ein Teil von uns sind und wir selbst entscheiden, wie viel Macht wir ihnen geben. Daran können Angehörige die Betroffenen versuchen zu erinnern:
Ich habe ein Gefühl, ich bin das Gefühl nicht.

„Meine Mutter versteht es immer noch nicht. Mama, kannst du denn nicht sehen, dass ich es selbst nicht verstehe?“

Geduldig sein und akzeptieren, dass Depressionen schlecht greifbar sind

Welch große Verzweiflung: Sich selbst und sein Verhalten erklären zu müssen, ohne es selbst zu verstehen. „Es ist was es ist“ – sagt nicht nur die Liebe. Depressionen sind komplex und sie können sich verändern. Manche Tage sind gut, andere schlecht. Manchmal geht es einen Schritt vor und gleich wieder zwei zurück. Das ist auf den ersten Blick nicht schön, aber ok. Veränderungen brauchen Zeit und da hilft nur Geduld – von allen Seiten – wenngleich klar ist, dass diese Tugend in unserer schnelllebigen Welt immer seltener vorhanden ist.

 

So ein Depression Slam hat ganz schön viel Stoff.

 

Wie findet ihr die Performance von Sabrina Benaim und was sind eure Erfahrungen im Umgang mit Depressionen zwischen Betroffenen und Angehörigen?

YouTube Equipment – Video-Technik für Einsteiger und Fortgeschrittene

Feet in flip-flops and a table full of video equipment

Video bzw. YouTube Equipment gibt es wie Sand am Meer. Doch was ist für welchen Zweck und welches Level passend? Im Post gebe ich verschiedene Empfehlungen, die den Technik-Frust möglichst gering halten sollen.

Als Medienproduzentin bin ich es gewohnt, dass mit professionellen Vollformat-Kameras und hochempfindlichen Mikrofonen gearbeitet wird. Als ich meinen eigenen YouTube Kanal für Gabelartist startete, stand ich vor den Fragen: Was brauche ich? Wie viel Budget habe ich? Mit welcher Technik für ich mich sicher im Umgang? Darum frug ich verschiedene Experten, sowohl professionelle Medienproduzenten, die sich in den Bereichen Kamera, Ton und Licht auskennen, als auch erfahrene YouTuber. Im Folgenden meine Empfehlungen für ein solides YouTube Equipment (alle Amazon-Links sind Teil meines Affiliate Programms, siehe unten):

YouTube Equipment – Kamera

Das Bild und die Bildgestaltung sind, neben dem Inhalt und der Sympathie gegenüber den Protagonisten, für mich eines der wichtigsten Kriterien, ob ich ein Video anschaue. Unfassbar viele Videos bestechen durch eine schlechte Bildqualität (was allerdings nur selten an der Leistung der Kamera liegt). Im Medienstudium hieß es immer

„Ohne Ton geht schon.“

Daher nehmt euch beim Setup Zeit, um die bestmögliche Bildqualität und -gestaltung zu erreichen.

Einsteiger

SMARTPHONES:
+++  Immer dabei, leicht und vor allem leicht zu bedienen, ohne extra Kosten und cross-medial.
–––  Zoom (schwierig und meist Qualitätsverlust), Ton schlecht, Speicher

Für viele Social Media Videos ist ein Smartphone völlig ausreichend. Tatsächlich drehe ich oft mit meinem iPhone und bin mit dem Ergebnis zufrieden. Alle Videos der Gabelartist „Vegan For Fit Challenge“ habe ich mit dem iPhone gedreht. In der Wohnung mit Stativ gar kein Problem. Viele nutzen die Selfie- bzw. FaceTime Kamera. Das hat den Vorteil, dass man den Bildausschnitt während der Aufnahme im Blick hat. Die entscheidende Frage ist:

Wie gut ist die Auflösung der Selfie-Kamera?

Beim iPhone z.B. ist die Kamera des SE Modells nicht brauchbar: 1,5 Megapixel im Vergleich zu 12 Megapixel und ’nur‘ 720p statt 1080p Videoaufnahmen. Das kann schon einen deutlichen Unterschied machen. Beim iPhone 6 und 6s sind es in der FaceTime Kamera zwar schon 5 Megapixel, aber immer noch ’nur‘ 720p. Mit den neuen Kameras des iPhone 7* und 7s* sieht es deutlich besser aus: 7 Megapixel und 1080p Videos. Das kann man probieren. Wer kein iPhone hat, kann die Spezifikationen bestimmt herausfinden. Im Zweifel: Ausprobieren und schauen, ob ihr zufrieden seid.

Wer viel produziert, wird wahrscheinlich schnell an die Speichergrenze des Smartphones geraten. Das nervt. Wie peinlich ist es bitte beim Interview noch Dateien löschen zu müssten?! Zudem werdet ihr in den meisten Settings nicht ohne externe Tonaufnahme auskommen.

Fortgeschrittene

Einige Male mit dem Smartphone gedreht, werden die Nachteile schnell klar (sei es nur, dass man in der Drehzeit die anderen Apps nicht so gut benutzen kann). Mich hat es auch immer genervt, nicht vernünftig zoomen zu können. Selbst bei passablen Smartphone-Kameras nervt es, immer mit den Fingern auf dem Touch-Screen rumfummeln zu müssen.

SYSTEMKAMERAS auch Kompaktkameras:
+++  moderate Kosten, handlich, Belichtung
–––  Auto- vs. manueller Fokus (nicht zufriedenstellend vs. anspruchsvoll), Mikroeingang?

SPIEGELREFLEXKAMERAS MITTELKLASSE:
+++  griffig, Fotografen-Gefühl, ggf. längere Akkuzeit im Vgl. zur elektronischen Systemkamera
–––  schwer, Klappzeit des Spiegels

CAMCORDER:
+++  moderate Kosten, handlich, ‚weicher‘ Zoom

–––  Fotografieren nicht oder nur schlechter (Handling und Qualität) möglich

Produktshot: Nikon D5300 - YouTube EquipmentProduktshot: Nikon M3 - YouTube Equipment

Meine persönliche Wahl fiel auf die Systemkamera Canon M3 mit 18 – 55 mm Objektiv* (578,48 Euro). Im Vergleich zum günstigeren 15 – 45 mm Objektiv überzeugte mich der STM-Antrieb für leise Scharfstellung beim Filmen. Warum die M3? Der entscheidende Vorteil gegenüber den anderen Herstellern ist, dass Canon einen Mikrofoneingang bietet. Wichtig war mir zudem ein schwenkbares Display, um einen Monitor zu haben. Die schicke Olympus Pen bietet das auch, allerdings klappt das Display nach unten, was unbrauchbar ist, wenn ein Stativ benutzt wird. Ein kleiner Nachteil der M3 ist, dass sie keinen optischen Sucher hat. Dieser muss bei Bedarf teuer dazugekauft werden, oder man greift gleich zur Canon M5*, die jedoch mehr als doppelt so teuer ist (1.377 Euro). Ein weiterer Vorteil der Systemkameras: Sie machen Fotos, die denen vergleichbarer Spiegelreflexkameras kaum nachstehen und können diese genauso leicht auf das Smartphone übertragen wie die „Großen“, z.B. über WLAN-Funktion.

Wer bereits eine Spiegelreflexkamera (der Mittelklasse) hat, braucht nicht erschrecken. Auch sie machen gute Videos. ‚Günstig‘ sind z.B. die Canon 750D* (640 Euro) oder die Nikon D5300* (699 Euro), die sich auf einem vergleichbaren Niveau der M3 befinden. Mit 375 Gramm wiegt die M3 allerdings nur etwa zwei Drittel der Spiegelreflex-Alternativen und passt leichter in die (Hand-) Tasche.

Wer seine Kamera nicht für Fotoaufnahmen benutzen möchte, kann über einen Camcorder nachdenken. Er ist handlicher beim Filmen und zoomt in jedem Fall weicher als jeder Mensch es händisch am Objektiv würde (wobei diese Art des Zoomens beim Filmen auch verpönt ist). Eine Empfehlung ist hier etwas schwierig, da es auch sehr darauf ankommt, wie gut das Gerät individuell in der Hand liegt. Persönlich mag ich Camcorder mit einem soliden Gehäuse lieber. Daher würde ich wahrscheinlich den Canon Legria HF G30* (849 Euro) bevorzugen. Wer es lieber kompakt mag, sollte sich die Panasonic HC-V777EG-K* (419 Euro) anschauen. Dazwischen liegt die Sony FDR-AX33 4K* (617,95 Euro) welche über einen sehr guten Bildstabilisator verfügt und 4K Videos macht, wenn man das denn möchte.

Produktshot: Canon Legria HF G30 - YouTube EquipmentProduktshot: Canon 5D - YouTube Equipment

Profis

Da ich mich selbst nicht als Kameraprofi einschätze, halte ich diesen Punkt kurz. Hierbei gilt:

Nichts ist wie eine Vollformat-Kamera.

Wer einen professionellen Filmlook schaffen will, sollte also auf eine Vollformat (und exzellente Kameraführung) setzen. Die Optik ist nochmal deutlich schöner als die von Spiegelreflexkameras der Mittelklasse, Farben kommen viel natürlicher und schöner raus, Lichtspiel und Tiefenschärfe habe eine ganz andere Ebene. Beliebt ist hier die Canon 5D Mark IV* (3.499 Euro). Extrem gut –und teuer– ist auch die Nikon D5* (5.799 Euro). Beide Modelle je ohne Objektive, versteht sich. Bei diesen Preisen solltet ihr euch vom Fachmann beraten lassen und wie bei allen Produkten:
Unbedingt ausprobieren!

Außer der Reihe

In einer Liste für YouTube Equipment sollten die folgenden beiden Kameras nicht fehlen: die GoPro Hero5* (418 Euro) und die Canon Legria Mini X. Die GoPro eignet sich hervorragend für Outdoor-Aufnahmen, wo man andere Kameras nicht einsetzen möchte. Zusammen mit dem Super Suit Schutz mit Tauchgehäuse* (51,89 Euro), kann man die GoPro zu Wasser, in der Höhe und bei Sandstaub klasse einsetzen. Die Legria Mini X ist DIE Vlogger Kamera und hat sich so gut verkauft, dass sie derzeit ausverkauft ist. Sie ist super transportabel, leicht bedienbar und liefert extrem gute Audioqualität. Ein Nachfolger ist derzeit nicht in Planung. Wer ganz am Anfang seiner Videokarriere steht, sollte auf diversen (online) Marktplätzen nach diesem Produkt suchen.

Produktshot: GoPro Hero5 - YouTube EquipmentProduktshot: Canon Legria Mini X - YouTube Equipment

YouTube Equipment – Ton und Zubehör

Es geht ohne Ton, aber schön ist was anderes. Daher ein paar Audio Tipps für euer YouTube Equipment plus weiteres Zubehör, das euch die Produktion erleichtert.

Ton

Allen Einsteigern (und Profis, die nach einer guten und günstigen Lösung suchen) empfehle ich den Handrekorder Zoom H1* (ab 91 Euro, Link mit Zubehör = 129 Euro). Die Aufnahmequalität ist so gut, dass es bei richtiger Anwendung/Aussteuerung leicht möglich ist, in lauten Umgebungen eine saubere Aufnahme zu bekommen. Selbst an der Oxford Street London hatte ich keine Probleme. Der Player ist kinderleicht zu bedienen – vergleichbar mit einem MP3-Player, leicht und hat den großen Vorteil, dass er über zwei Mikrofone in X/Y Anordnung verbaut sind, verfügt. Dadurch werden in Interviews die Stimmen beider Sprechenden meist gut eingefangen, auch wenn man das Mikro nicht schnell genug zum Sprechenden hält. Das Zubehörset ist empfehlenswert, weil die Tasche einen zusätzlichen Schutz bietet und der Wind- bzw. Poppschutz unerwünschte Geräusche abfängt. Auch Tripod und Adapter für Mikrofonständer können schnell sehr hilfreich sein (bei Aufnahmen an Tischen wird gern auf diese geklopft).

Produktshot: Zoom H1 mit Rode Smart Lav+ und Adapter - YouTube EquipmentProduktshot: Rode VidMic Go - YouTube Equipment

Wer Tutorials macht bzw. gern die Hände frei haben oder lieber ein dezenteres Mikro verwenden möchte, kann ein Ansteckmikro, ein sogenanntes Lavalier-Mikrofon verwenden. Meine erste Wahl ist das Rode Smart Lav+* (57 Euro). Es ist leicht anzustecken, macht super Aufnahmen und funktioniert mit gängigen Smartphones und Tablets. Kleiner Nachteil: Das Kabel ist sehr kurz. Abhilfe schafft das Rode SC1 Verlängerungskabel* (18,90 Euro), was allerdings ziemlich dünn ist. Wer direkt ins Smartphone/Tablet geht, kann allerdings nicht aussteuern. Es gibt zwar eine App von Rode, aber die ist eher für Audioaufnahmen ohne Video ausgelegt. System- und Spiegelreflexkameras haben meist Audiooptionen. Alternativ könnt ihr das Smart Lav+ mit dem Zoom H1 kombinieren. Dazu braucht ihr den TRRS auf TRS Adapter* (12,90 Euro). Das mache ich meistens; bedeutet aber, dass ihr Ton und Bild dann nachträglich synchronisieren müsst.

Eine andere gängige Lösung für Spiegelreflexkameras sind Kameramikrofone wie das Rode VidMic Go* (72,99 Euro auf dem Bild oben mit „Katze“ = Synthetikfell Windschutz Adapter* gegen Aufpreis von 22,49 Euro). Schön, weil, dann kein Mikro im Bild ist und man sich vor der Kamera nicht darum kümmern muss. Etwas doof, wenn die Kamera weiter weg ist und/oder die Umgebungsgeräusche laut sind. Mikrofone funktionieren einfach am besten in Mundnähe. Deshalb ist mir ein Reporter- oder Handmikrofon lieber. Da gibt es viele und Empfehlungen hängen von den Anwendungsbereichen ab. Das Musikhaus Thomann ist für alle Audiofragen ein kompetenter Ansprechpartner und gibt einen Überblick zum Thema „Reportermikrofone“ – im Zweifel: anrufen.

Oft mache ich das Auspegeln nach Augenmaß. In schwierigen Umgebungen und bei wichtigen Drehs ist es wichtig, vernünftig abzuhören. Handykopfhörer bieten dazu meist nicht den nötigen Komfort bzw. Klang. Sowohl dafür als auch zum Schnitt empfehle ich den Audio Technica ATH M30x* (75 Euro) Kopfhörer. Musik hören geht damit auch ziemlich gut.

Licht

Es ist furchtbar nervig, wenn in Videos gegen das Licht gefilmt wird und entscheidende Bildelemente nicht erkennbar sind. Gerade Einsteiger, die evtl. mit dem Smartphone beginnen, sollten zumindest eine Softbox* (ab 28,95 Euro) kaufen um für halbwegs klare (Licht-) Verhältnisse zu sorgen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Wirkung von Faltreflektoren* (26,99 Euro) um Akzente zu setzen oder unausgeglichene Beleuchtung zu überbrücken.

Stative

Wer einmal länger als fünf Minuten aus der Hand gefilmt hat – sei es ’nur‘ mit dem Handy – weiß, dass es anstrengend und die Aufnahme meist wackelig ist. Deshalb nutze ich für längere Aufnahmen fast immer ein Stativ. Für Anfänger und Smartphone-Filmer reicht ein leichtes Stativ von AmazonBasics* (23,99 Euro, 152 cm). Ich selbst habe mich für das etwas größere (und besser bewertete) Cullmann Alpha 2500* (21,89 Euro, 165 cm) und bin damit für den Hausgebrauch zufrieden. Es schwenkt sich mit dem iPhone allerdings etwas ruckelig. Wer mit dem Smartphone filmt, bestellt sich eine entsprechende Halterung. Ich habe die von Kaiser mit Ministativ* (16,99 Euro, ohne Stativ* 16,49 Euro). Sie hat zwei Gewinde zur Befestigung am Stativ. Ich bin sehr zufrieden damit, würde bei einem Neukauf allerdings auf die Variante von Manfrotto* (9,99 Euro) wählen. Sie hat zusätzlich noch einen ausklappbaren Ständer und ist somit selbststehend. Wer mit dem Tablet filmt, kann die Halterung von Zacro* (7,99 Euro) nutzen.

Produktshot: Manfrotto MCLAMP - YouTube EquipmentProduktshot: Manfrotto MT055CXPRO3 Carbon - YouTube Equipment

Die Marke Manfrotto ist auch meine erste Wahl, wenn es um professionelle Stative geht. Sie sind widerstandsfähig, optimal justierbar und verfügen über viele hilfreiche Details. Ein sehr umfangreiches Stativ ist zum Beispiel das Manfrotto MT055CXPRO3 Carbon* (304,39 Euro). Es wird viel für Produkt- und Makrofotografie verwendet. Auch für sogenannte „top down“ Aufnahmen, wie sie im Food- und DIY-Bereich populär sind, eignet es sich super. Allerdings ist es ein Fotostativ. Manfrotto hat eine eigene Sparte für Video-Stative, da diese deutlich beweglicher sein müssen. Einfach mal durchschauen, beraten lassen und ausprobieren.

YouTube Equipment – Fazit

Aller Anfang ist schwer. Wer sich zum ersten Mal dem Thema YouTube Equipment widmet, könnte etwas erschlagen sein. Fangt an mit dem, was ihr habt und schaut, ob es euch langfristig Spaß macht. Wer ausschließlich Zuhause produziert und keine großen Umgebungsgeräusche hat, kann erstmal mit dem Smartphone/Tablet und kostenloser Videoschnitt-Software starten. Alle, die ein wenig investieren wollen/können, empfehle ich folgendes Paket:

  • Handrekorder Zoom H1* mit Zubehör – 129 Euro
  • Ansteckmikrofon Rode Smart Lav+* – 57 Euro
  • Adapter Smart Lav+ auf Zoom H1 TRRS auf TRS* – 12,90 Euro
  • Licht über eine Softbox* – 28,95 Euro
  • Kamerastativ Cullmann Alpha 2500* – 21,89 Euro
  • Smartphone-Halterung für’s Stativ von Manfrotto* – 9,99 Euro bzw. die von Zacro* für 7,99 Euro für Tablets
    __________

Macht unter’m Strich: 259,73 Euro (plus Smartphone)
bzw. 257,73 Euro plus Tablet

Wer eine andere Kamera als das Smartphone/Tablet nutzen will, sollte mit mindestens 600 Euro zusätzlich kalkulieren (bei mir war es die Canon M3 mit 18 – 55 mm* für 578,48 Euro).
Perspektivisch ist mit Kosten für ein professionelles Schnittprogramm und je nach Videoqualität und Effektwünschen auch mit einem leistungsstärkeren Computer zu rechnen, plus Lernzeit und -kosten.

Wichtig ist, dass ihr euch vor dem Kauf überlegt, welchen Zweck das Gerät erfüllen soll. Kameras sollten ein schwenkbares Display haben, wenn ihr euch selbst filmen wollt. Da sie dafür meist auf einem Stativ platziert werden sollen, bringt es nichts, wenn sich das Display nach unten ausklappt. Da aktuell nur Canon Systemkameras über Mikroeingänge verfügen, sollten nicht-Canon-User in der Lage sein, Ton extern aufnehmen und dann mit dem Video synchronisieren zu können.

Lasst euch im Zweifel im Fachgeschäft eurer Wahl beraten und probiert aus, wie ihr mit den Produkten zurechtkommt. Denkt auch an die goldene Regel:

Wer (zu) billig kauft, kauft meist doppelt.

 

Allgemeine Hinweise

Dieser Artikel ist umfassend, aber nicht vollständig. Ich gebe hier subjektive Empfehlungen nach bestem Wissen und Gewissen aufgrund meiner Produktions-Erfahrung ohne technische Expertin zu sein. Ziel ist, einen Überblick zum Thema Video bzw. YouTube Equipment aus der Sicht einer Medienproduzentin und Bloggerin zu geben. Wie zufrieden jemand mit den beschriebenen Produkten ist, zeigt sich, beim eigenständigen Ausprobieren.

Die Empfehlungen und Preise beziehen sich auf den heutigen Tag, Stand: 14.05.2017, und können abweichen.

Bildnachweis: alle Fotos sind Herstellerfotos (PR) – außer das der GoPro Hero und das Titelbild, die kommen von unsplash.com

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Der „StuhlStuhl“ – Stuhlgang leichter gemacht [Werbung]

Der „StuhlStuhl“ im Praxistest vor der Toilette mit Füssen und Schienenbeinen

 

Neulich warf mir ein Gast nach dem Toilettenbesuch einen sehr skeptischen, fast schon vorwurfsvollen Blick zu:

Was soll denn dieser „StuhlStuhl“?!

Na immerhin wurde das Produkt korrekt identifiziert und benannt – das Branding funktioniert also.

Was ist der „StuhlStuhl“?

Der „StuhlStuhl“ sieht auf den ersten Blick aus wie eine Art Tritt. Doch die Form ist etwas ungewöhnlich und ein Tritt ist im Allgemeinen stabiler. Um Stabilität geht es beim „StuhlStuhl“ jedoch auch nicht, denn er dient nicht dazu, das gesamte Körpergewicht zu tragen. Viel mehr ist er eine Erhöhung, auf der man die Füße abstellen soll, während man auf der Toilette sitzt. Doch der „StuhlStuhl“ ist nicht etwa für kleine Menschen, die mit ihren Füße nicht auf den Boden kommen oder die (noch) nicht auf die Toilettenschüssel kommen. Das Produkt ist dazu da, eine gesunde Sitzhaltung während des Stuhlgangs zu fördern.

Der „StuhlStuhl“ frontal und vor der Toilettenschüssel Der „StuhlStuhl“ aus der Vogelperspektive

Was soll der „StuhlStuhl“?

Gesunde Sitzhaltung beim Kacken – watt soll das denn sein?!?
Nun, spätestens seit Giulia Enders Bestsellers „Darm mit Charme“* spricht die Nation über das, worüber sich früher niemand getraut hat zu sprechen – Fäkalien und Verdauungshygiene. Dabei ist die Sitzhaltung besonders in den Fokus der Diskussionen gerückt:

Die natürliche Haltung beim Stuhlgang ist die Hocke. Mit der Einführung der Toilettenschüssel änderte sich die Sitzhaltung. Während es zwar komfortabler ist, auf einer Schüssel zu sitzen, erschwert die Sitzhaltung das Erschlaffen des Musculus puborectalis und damit den Stuhlgang – was zu unangenehmen Gefühlen führen kann.
Wer trotzdem komfortabel sitzen möchte, simuliert eine hockende Haltung, indem ein „StuhlStuhl“ unter die Füße gestellt wird.

Was hat das mit SMIZING zu tun?

Really – ein Kackstuhl auf einem psychologischen Lifestlye-Blog?! 
Ja. Tatsächlich habe ich mich schon 2013 mit der Kackhaltung beschäftigt – also noch vor der Veröffentlichung von „Darm mit Charm“. Der Grund ist, dass ich in meinem Leben schon einige anstrengende Toilettensitzungen hatte. Verstopfung hatte wohl schon jeder und somit auch einen unangenehmen Stuhlgang. Überhaupt ist der Moment in dem man nach langem Anhalten endlich den Darm entleeren kann, etwas, dass jeder von uns schon einmal erlebt hat. Daher kommt wohl auch die Weisheit:

Wer Sex für das Größte hält, der hat noch nie richtig gekackt.

Es mag vulgär klingen, doch sein wir mal ehrlich, das Thema ist eins der natürlichsten der Welt. Für mich als fructoseintoleranter Mensch sind Verdauung und Stuhlgang zudem oft leidvolle Begleiter im Alltag und Lebensmittelunverträglichkeiten gibt es ja langsam wie Sand am Meer. Zum Glück bin ich nicht so stark betroffen. Trotzdem, was immer ich tun kann, um den Leidensdruck zu vermindern, den die Verdauung manchmal so mitbringt, werde ich versuchen. Tatsächlich hatte mein Körper schon von alleine versucht, die Hockhaltung beim Stuhlgang zu imitieren, indem ich die Hacken hob, wenn es mal nicht so fluppen wollte.

Füße auf dem „StuhlStuhl“

FAZIT: meine Erfahrung mit dem „StuhlStuhl“

Als erstes fiel mir auf, dass die Form des „StuhlStuhl“ sehr praktisch ist, weil man ihn dank der Rundung gut unter die Toilettenschüssel schieben kann. Ein bisschen schade fand ich, dass er etwas instabil erschien – ich hatte gehofft, ihn auch als Tritt nutzen zu können. Das würde ich nicht empfehlen.

Bei meinem ‚ersten Mal‘ fühlte es sich ziemlich ungewohnt mit dem „StuhlStuhl“ an. Die Hochhaltung lädt definitiv nicht dazu ein, lange auf der Toilette zu verweilen – vorbei sind die Zeiten, in denen ich auf der Toilette gelesen haben. Mein Po fühlte sich spitzer als sonst an und für die Sitzhöcker wurde es schnell hart auf der Brille. Noch deutlicher spürte ich die ungewohnte Sitzhaltung allerdings in der Leiste, und obwohl ich mich als ziemlich sportlich einschätzen würde, fand ich es gar nicht so leicht, meine Füße auf den „StuhlStuhl“ zu bekommen und dort zu halten. Auch der Abstieg hatte ein wenig was von Hiefen mit Zuhilfenahme der Hände. Vermutlich liegt es an meinen verkürzten Sehnen. Ich kann auch nicht besonders gut eigenständig hocken. Das erscheint mir Übungssache.

Zum entscheidenden Thema: Tatsächlich fühlte es sich anders an, mit dem „StuhlStuhl“. Mir erschien der Darmausgang etwas freier und der Prozess etwas schneller zu gehen und das war schließlich das Ziel. Ich werde den „StuhlStuhl“ weiter benutzen und manchmal auch nicht und beobachten, wie es sich anfühlt. Gespannt bin ich, ob es wirklich leichtgängiger wird, wenn ich mal Verstopfung oder andere ‚Komplikationen‘ habe.

Diana auf der Toilette mit „StuhlStuhl“

Witzig war es in jedem Fall mit dem „StuhlStuhl“.

Hat jemand Fragen oder Ergänzungen?
Im Zweifel rate ich euch, es einfach mal zu probieren: Der „StuhlStuhl“ bei Amazon* (22,95 Euro).

 

Allgemeiner Hinweis

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit „StuhlStuhl“ und soll das Produkt vorstellen und bewerben. Es handelt sich folglich um Werbung. Der Text ist von mir und spiegelt meine persönliche Meinung, externe Links haben selbstverständlich das NOFOLLOW Attribut.

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Emotionale Hygiene – TED Talk von Guy Winch

Depression – ach komm, das ist doch alles nur in deinem Kopf.

Wenn ich mich verletze, behandele ich die Wunde – das ist genauso klar wie die Tatsache, dass wir mindestens zweimal am Tag unsere Zähne putzen müssen, damit sie gesund bleiben. Doch was ist eigentlich mit emotionaler Gesundheit? Diese Frage wirft Guy Winch in seinem TED Talk zum Thema „Emotionale Hygiene“ auf:

Warum kümmern wir uns mehr um die physische Gesundheit als um die psychische?

Psychische Verletzungen wie Zurückweisung, Misserfolg oder Einsamkeit kommen viel häufiger vor als physische.

Guy Winch erklärt fachlich und persönlich (mit Anekdoten über ihn und seinen Zwillingsbruder), wieso emotionale Hygiene wichtig ist.

Key Points des TED Talks „Emotionale Hygiene“

Hier noch einmal die benannten psychischen Verletzungen und mögliche Umgehensweisen:

Einsamkeit

Sie reißt eine tiefe psychische Wunde. Einsamkeit verzerrt unsere Wahrnehmung und verwirrt unser Denken. Sie lässt uns glauben, dass unsere Mitmenschen sich weniger um uns sorgen, als sie wirklich tun. Wir fürchten uns, auf andere zuzugehen, weil wir auf Zurückweisung und Herzschmerz eingestellt sind, während das Herz schon mehr schmerzt, als wir ertragen können.

Einsamkeit ist eine subjektive Empfindung. Chronische Einsamkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit eines früheren Todes um 14% und hat negative Auswirkungen auf den Blutdruck, Cholesterinspiegel und das Immunsystem.

Misserfolg

Gefühle und Glaubenssätze haben einen signifikant negativen Effekt auf die Erfolgswahrscheinlichkeit. Wer glaubt, etwas nicht zu können, wird wahrscheinlich scheitern.

Zurückweisung / Ablehnung

Nach Zurückweisung sind wir meist groß darin, uns unserer Schwächen und Fehler bewusst zu werden – schlimmer noch, sie zu fokussieren. Eigentlich eine unlogische Reaktion, da unser Selbstwert bereits verletzt ist – warum wollen wir ihn noch weiter zerstören? Eine physische Wunde würden wir schließlich auch nicht verschlimmern wollen.

Screenshot: Emotionale Hygiene - TED Talk Guy Winch

Schütze dein Selbstwertgefühl

Denk daran, dass unser Verstand sich nur schwer beeinflussen lässt sobald wir von etwas überzeugt sind. Darum: Bekämpfe das Gefühl der Hilflosigkeit und durchbreche die Negativspirale, bevor sie sich verselbstständigt.

Behandle dich selbst so, wie du einen guten Freund in so einer Situation behandeln würdest.

Grübeln

Grübeln ist eine kostspielige Angewohnheit, die schnell zum Zwang und dann zu psychischen und physischen Krankheiten führen kann.

Eine zweiminütige Ablenkung kann genug sein, um den Grübelzwang zu unterdrücken.

Meine Gedanken zum TED Talk „Emotionale Hygiene“

Dieser Talk wurde mir an einem Tag empfohlen, an dem ich in einer Negativspirale steckte. Schon öfter wurde mir gesagt, dass ich scheinbar ganz „gerne“ grüble oder gar leide. Reflektiere ich mich und meine Verhaltensmuster in einer ruhigen Minute, merke ich selbst, dass ich mich manchmal von meinen negativen gefangen nehmen lasse. In der Tat beleuchte ich in nach Zurückweisungen häufig meine Schwächen und Fehler und verschlimmere meinen Zustand dadurch nur. Für mich selbst habe ich mittlerweile herausgefunden, dass ich dieses Handlungsmuster vor allem in zwischenmenschlichen (Liebes-) Beziehungen anwende. In anderen Kontexten reagiere ich (zum Glück) anders.

Nachdenken vs. Grübeln

Dieses Grübeln beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Doch denke ich (hilfreich) darüber nach oder grüble ich über das Grübeln. Ich weiß es nicht – noch nicht. Vor knapp zwei Jahren empfiehl mir eine Freundin, mit der ich Psychologie studiert habe, das Buch eines Dozenten unseres Fachbereichs: „Grübeln: Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst.“*
Tobias Teismann ist Experte der Depressionsforschung und erklärt im Buch, wie sich Nachdenken von Grübeln unterscheidet und gibt Möglichkeiten, das depressive Grübeln zu überwinden – auch hilfreich, wenn man sich nicht „depressiv“ fühlt.

Ablenkung – der Skills-Koffer

Sowohl Guy Winch als auch Tobias Teismann benennen die Strategie des Ablenkens. Im Buch werden ergänzende Methoden wie die Aufmerksamkeitslenkung und der Grübelaufschub beschrieben. Schön finde ich, dass es zudem ein Kapitel „Hilft das alles?“ gibt, in dem Skeptiker Raum gegeben wird.

Persönlich habe ich im Rahmen meiner psychologischen Praxiserfahrung ein Skills Training begleitet. Hierbei geht es darum, mit schwierigen ggf. impulsiven emotionalen Situationen und Zuständen umzugehen. Das Skills Training richtet sich vor allem an Menschen mit Schwierigkeiten der Emotionsregulation, doch ich finde es im Grunde für jeden hilfreich. Die Essenz ist, heftigen emotionalen Zuständen mit starken äußeren Reizen zu begegnen, die nicht schädigend sind. Beispiele sind Chilischoten, Kühlpacks, Wärmekissen, Knete und Stressbälle sein. Das Training werde ich an anderer Stelle noch umfassender beschreiben.

 

Was hältst du vom Konzept „emotionale Hygiene“?
Wie gehst du mit heftigen emotionalen Situationen um?

 

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Please like Me – What a seriously funny chap

Josh studiert … oderso. Er hat eine tolle Freundin: Claire sieht gut aus, ist intelligent und auch noch seine beste Freundin. Eigentlich alles gut, oder?

Doch dann macht Claire aus heiterem Himmel Schluss und sie glaube, dass Josh schwul sei:

Das ist der ungewöhnliche Beginn einer ungewöhnlichen Serie, die mich stundenlang in ihren Bann sog. Netflix sei dank, dass wir diese australische Unterhaltung auch in Deutschland bekommen können. Ok, im Juni 2016 wurde sie auch auf einsfestival bzw. jetzt one ausgestrahlt, aber wer kann schon so lange warten, wenn man einmal Blut geleckt hat.

Please Like Me – unprätentiös humorvoll

Eine weitere Serie über das alltägliche Chaos – was ist so besonders an „Please Like Me“?
Es gibt genug Serien mit LGBT Thematik, mit komplexen Familienverhältnissen, mit ungewollt witzigen Protagonisten. Doch abgesehen davon, dass „Please Like Me“ im schönen Australien (Melbourne) spielt, besticht die Serie durch zwei Elemente: Es ist unprätentiös und hat einen ganz bestimmten Humor. Beides verkörpert durch Josh, gespielt von Josh Thomas. Gemeinsam mit dem Produzenten Todd Abbott entwickelte Thomas die Serie über vier Jahre. Dabei hatten sie einen hohen Anspruch an sich und die Charaktere:

„Every character in the show is supposed to be ill-equipped but is just trying to make everyone else happy. It’s a funny script but we didn’t want the actors to be acting like they were funny. Whenever I’m telling a joke in the show everyone else doesn’t really care. We wanted honesty.“

– „Thomas the frank engine“ auf theage.com.au

Mit dieser Aussage beschreibt Josh Thomas genau das, was für mich die Serie so besonders macht. Dieser vermeintlich humorvolle Umgang mit kleinen und großen Herausforderungen des Lebens. Im Fokus steht Josh, ein durchschnittlicher, witziger Typ mit schnellem Kopf – wie ich ihn nenne:

A seriously funny chap.

Josh nose bleeding in bed with boyfriend - Please Like Me - Screenshot Trailer

Zudem spiegelt er für mich die typischen Probleme der Generation Y. Er ist zu sehr mit sich selbst (und seinen Selbstzweifeln) beschäftigt, um sich dauerhaft an jemanden zu binden und auch im Job scheint er ziemlich orientierungslos. Natürlich ist es hilfreich, dass sein Vater Alan erfolgreich ist und ihm an einigen Stellen aus der Patsche helfen kann. Doch abgesehen davon wirken Josh und die gesamte Serie ziemlich „down to earth“ – ungekünstelt und ungeschönt.

Josh Thomas himself – and his dog John

Ebenso authentisch wirkt Josh Thomas. Er hat mehr Follower auf Twitter (>300k) als auf Instagram (>70k). Seine Fotos passen zur Serie: mitten aus dem Leben statt schillernder Scheinwelt eines Stars. Und tatsächlich scheinen die Grenzen zwischen ihm und Josh aus „Please Like Me“ fließend zu sein.

Don’t try and take a photo of my Grandma if there are prawns available.

Ein Beitrag geteilt von Josh Thomas (@joshthomas87) am

Auf seinem Twitter-Profil finden sich einige inspirierende Punchlines. Übrigens hat Josh Thomas auch seinen Hund John in „Please Like Me“ integriert und ich habe mich schockverliebt. Ich feiere die Credits jedes Mal: „John – as himself“.

Last but not least

Netflix hat jetzt ein neues Feature „Skip Intro“ und das macht manche Menschen (in meiner Umgebung) sehr glücklich. Bei „Please Like Me“ wird das Feature vermutlich eher selten genutzt. Wir haben uns in den Titel-Song „I’ll Be Fine“ und die Art, wie er in die Serie integriert wird, verliebt. YouTube verrät, dass wir scheinbar nicht die einzigen sind, denen es so erging. Daher hier alle Eröffnungen der ersten Staffel in einem Clip.

Für alle, die immer noch nicht genug haben, hier der komplette Song „I’ll Be Fine“ von Clairy Browne & the Bangin‘ Rackettes.

Und jetzt Netflix an und chill.

 

(Die Bilder sind Screenshots aus dem Trailer zur 1. Staffel)

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Australien hat mich schon immer fasziniert: Tolle Landschaften, entspannte Menschen und exotische Tiere sind nur die ersten drei Assoziationen, die ich habe. Während für Schüler weiterführender Schulen meist Amerika das Land der Träume ist, liegt Australien weit oben, wenn es um Backpacking und Work and Travel (vor, zwischen oder nach dem Studium) geht. Auch für Reisende mit mehr Budget ist Australien ein beliebtes Ziel.

There is nothing like Australia.

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